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Digitalisierung: Wirtschaft und Schule treffen in Saarwellingen aufeinander

Wirtschaft-Schule : Wie Schulen digital mehr leisten können

Lehrkräfte und Vertreter der Wirtschaft haben die Firma Resa Systems in Saarwellingen besucht und über Digitalisierung gesprochen.

Produkte kommunizieren mit Maschinen, komplexe Software steuert die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter. Die Zukunft der Industrie ist bereits auf dem Weg ins digitale Zeitalter, doch viele Schulen hinken der Entwicklung noch hinterher. Das war ein Kernpunkt beim Termin von Schule-Wirtschaft am Mittwochnachmittag in Saarwellingen. Für ihr Herbsttreffen hatte der Arbeitskreis Landkreis Saarlouis die Firma Resa Systems in Saarwellingen ausgewählt. Diesem Arbeitskreis gehören Lehrkräfte und Vertreter der regionalen Wirtschaft an.

Das 1982 gegründete Unternehmen Resa Systems erstellt modernste Produktionsanlagen, hauptsächlich für die Automobilindustrie. Was dort früher einmal über Barcodes gesteuert wurde, wird heute mittels Chips geregelt. „Jedes Bauteil hat einen RFID-Chip mit sämtlichen Informationen, wie das Teil verarbeitet werden muss“, erläuterte Udo Kiefer, Abteilungsleiter Rechnertechnik, die Abläufe moderner Fabriken. „Wir automatisieren komplette Anlagen“, sagte Kiefer. Das gehe von der Planung über den Aufbau bis zur Endmontage.

Bei einem Rundgang zeigte er Anlagen, die bei Resa für die Fertigung vorbereitet wurden. Darunter Messstellen und Teile von Produktionsstraßen mit Roboterarmen. Mensch und Roboter gemeinsam an einem Arbeitsplatz, das sei noch eine Herausforderung. „Das hier ist ohne Gitter und Schutzvorrichtungen“, stellte Kiefer ein Pilotprojekt vor. „Der Roboter registriert mittels Sensoren, ob er einen Menschen berührt, und schaltet dann ab.“

„Wir brauchen keine Nerds“, sagte Kiefer in Bezug auf die Fähigkeiten von Schülern. Gute Kenntnisse in Naturwissenschaften und Technik seien zwar Grundlage, aber auch ein breites Wissen darüber hinaus. Zum Teil unterschiedliche Vorstellungen hätten Schulen, Lehrer und Schüler von der Digitalisierung, fasste Nina Weisgerber eine Studie zusammen. Schüler beispielsweise wollten praxisnahen Unterricht, Lehrer auf Augenhöhe und verschiedene Formen des Unterrichts. Schulen und Lehrer gehe es unter anderen um eine stabile Infrastruktur mit ausreichender Leistung. Dort werde vielfach noch mit Zetteln und Formularen gearbeitet. Aber machbar sei viel mehr, verdeutlichte Weisgerber. Sie ist Mitarbeiterin von Data One, einem mittelständischen Beratungs- und Entwicklungshaus an den Standorten Saarbrücken, Zürich und Luxemburg, das Unternehmen ins digitale Zeitalter begleiten will.

„Virtuelle Klassenzimmer“, nannte Weisgerber als Beispiel, „digitale Notizbücher und Kalender.“ Selbst der Austausch zwischen Schülern und Lehrern könne je nach Thema über Computer erfolgen, bis hin zum virtuellen Ausflug. „Was hier als Visionen dargestellt wird“, stellte einer der Teilnehmer fest, „ist längst Alltag, der in den Schulen noch nicht angekommen ist.“ Und „die Infrastruktur fehlt an den Schulen sowieso“.

„Sie legen den Finger auf die Wunde“, antwortete Bernd Schmitz, Vorsitzender für die Schulen im Arbeitskreis Landkreis Saarlouis, und fügte hinzu: „Aber viele Schulen sind schon auf dem Weg. Der Anfang ist gemacht, es wird noch einiges passieren.“

Informationen zu Schule-Wirtschaft gibt es im Internet.

www.schule-wirtschaft-
saarland.de