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Porträt
Der Bühnen- und Kostümbildner Christian Klein

Christian Klein — der Kostümbildner arbeitet „sehr reduziert“, wie er sich selbst charakterisiert und seinen Ausstattungs-Stil beschreibt. 
Christian Klein — der Kostümbildner arbeitet „sehr reduziert“, wie er sich selbst charakterisiert und seinen Ausstattungs-Stil beschreibt.  FOTO: Axel Künkeler
Saarlouis . Fortsetzung des Porträts über den Saarwellinger Künstler von der Seite C 1. Von Axel Künkeler

Als weiteren Höhepunkt seiner Arbeit nennt Christian Klein das „Tagebuch eines Verschollenen“, das er als Assistent bei den Wiener Festwochen mitgestaltete. Beeindruckend war die „hoch spannende Zusammenarbeit“ mit dem renommierten Regisseur Klaus-Michael Grüber und der bekannten Schauspielerin Angela Winkler.


Aktuell ist es die Arbeit mit Myriam Muller am Grand Théatre du Luxembourg. Für das Märchen vom „Rumpelstilzchen“, das im Dezember 2017 Premiere hatte, entwarf Klein 40 Kostüme. Für ihn und das Theater („kein Ensemble-Haus“) war es eine „ganz besondere Arbeit“. Mit der ersten Eigenproduktion für die Große Bühne lebte dort eine Tradition der sechziger Jahre wieder auf: bekannte Märchen in luxemburgischer Sprache aufzuführen.

Den großen Spannungsbogen im Schaffen von Klein zeigt die nächste Premiere im Februar: beim Drama „Zerbombt“ von Sarah Kane geht es um Misshandlung, Abhängigkeiten und Erniedrigungen. Die Handlung führt aus einem Hotelzimmer in eine zerbombte Mond-Landschaft, gestaltet vom Bühnenbildner Christian Klein. Dieser „gewaltige Spagat“ zwischen altem Märchen und modernem Drama ist für ihn aber gerade das Interessante, Spannende an seiner Arbeit.



„Ich arbeite sehr reduziert“, charakterisiert Klein seinen Ausstattungs-Stil. Als Architekt sei er sei er sehr „an den puren Materialien“ interessiert. „Bühnenmaler sind bei mir nur sehr wenig beschäftigt.“ So könnten die raumbildenden Elemente assoziativ wirken, dem Zuschauer Platz zur Fantasie und dem Schauspieler Raum zur Darstellung lassen.

Befragt nach seinen Zukunftsplänen nennt Klein eine gerade beginnende Arbeitsbeziehung zu einer Pariser Regisseurin, mit der er 2020 eine neue Produktion starten will. Sehr gerne würde er zudem ans Saarländische Staatstheater zurückkehren. „Mich verbindet ganz viel mit dem Haus“, sagt Christian Klein, „es wäre schön, dort wieder arbeiten zu können.“ Unabhängig ob der Wunsch in Erfüllung geht, sind die Bindungen ins Saarland noch sehr groß. Auf dem Weg von Karlsruhe nach Luxemburg kommt er fast wöchentlich in die alte Heimat. Schließlich lebt in Saarwellingen seine Großfamilie mit Eltern, Bruder und Cousins, die er regelmäßig besucht.

„Das Schöne am Saarland ist die Nähe zu Frankreich“, betont der frankophile Christian Klein als weiteren Vorteil der Grenzregion. Über die Landesgrenzen schaut der im „saarländischen Dorf Saarwellingen aufgewachsene, an internationalen Bühnen arbeitende Künstler“ ebenfalls gerne, denn schließlich „gibt es noch viel zu entdecken“.