| 21:15 Uhr

Kappensitzung
Das Narrenvolk lässt die Puppen tanzen

Die Bewohner des Haus Sägemühle tanzten sich als Zwerge in die Herzen des Publkums.
Die Bewohner des Haus Sägemühle tanzten sich als Zwerge in die Herzen des Publkums. FOTO: Carolin Merkel / Merkel Carolin
Saarwellingen. Im Haus Sägemühle hatten die Bewohner ihren Spaß am närrischen Treiben bei der traditionellen Sitzung im Mehrzweckraum.

Den ersten Stimmungstest, den Moderatorin Ulrike Dörr am noch recht frühen Nachmittag gerade durchgeführt hatte, bestanden die zahlreichen Gäste, zumeist bunt kostümiert, im Mehrzweckraum des Haus Sägemühle mit Bravour. Denn noch bevor die ersten Akteure die Bühne betraten, hallten die Alleh-Hopp-Rufe bis nach Draußen. „Die Fastnacht ist für unsere Bewohner ein sehr wichtiges Fest. Schon Wochen vorher wird überlegt, welches Kostüm es sein soll, die Räume werden geschmückt, es wird an den Beiträgen gearbeitet“, erzählt Jürgen Volk, Leiter des Haus Wald in Saarwellingen. Er war mit Mitarbeitern und Bewohnern mit dem Beitrag „Wir lassen die Puppen tanzen“ angetreten. Doch zunächst einmal, als gelungene Einstimmung, gehörte die Bühne den Aktiven von Karo-Blau-Gold Roden. Mit Kinderprinzenpaar und Gardemädchen heizten sie dem Narrenvolk mächtig ein. Als Dank gab es für sie einen ganz besonderen Orden. „Unsere Mitarbeiter, aber auch die Bewohner gestalten seit Jahren mit viel Liebe diese Orden selbst. Und sie sind bei unseren Gästen sehr beliebt“, sagte Martha Langefeld, Leiterin der Tagesförderstätte und des integrativen Kindergartens der Lebenshilfe in Saarwellingen.



Nach einem gemeinsamen Schunkler wurde es dann für die Bewohner aus den beiden Häusern ernst. Mit goldgelber Lockenmähne und pinkfarbenen Kleidern tanzten sich die Damen schnell in die Herzen der Zuschauer. Sichtlich erleichtert war nach dem Auftritt Bewohnerin Sarah Bohnenberger. Ihr war ganz schön heiß unter der Perücke geworden. Auf die Frage, ob sie aufgeregt gewesen sei, vor so vielen Leuten zu tanzen, antwortetet sie keck: „Warum denn, Fehler können immer mal passieren. Außerdem, es ist doch Fastnacht.“ Ihre Gruppe erhielt ebenso eine Rakete für den Auftritt wie die Männer und Frauen aus dem Haus Sägemühle. Sie waren als Zwerge angetreten, um die Lachmuskeln zu strapazieren, hatten sogar ein besonders liebreizendes Schneewittchen mit dabei.

Ganz schön dunkel wurde es im Saal bei der Kochparade, die Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen der Tagesförderstätte mit Schwarzlicht vorbereitet hatten. Schließlich durfte auch der Nachwuchs aus dem Kindergarten nicht fehlen, hier gab es viel Beifall für die Tiere vom Bauernhof. „Besonders das Einüben der vielen Beiträge hat eine richtige Eigendynamik. Man lernt die Mitarbeiter von einer anderen Seite kennen, sie wiederum sehen unsere Bewohner in einem anderen Licht. Und, das sehen wir immer wieder, alle haben ganz viel Spaß an der Fastnacht“, erklärte Jürgen Volk.

Zum Abschluss des kurzweiligen Nachmittags war dann noch die Hampitania Bous mit mehreren Gruppen zu Gast. Sie setzen einen tollen Schlusspunkt unter die Veranstaltung, die bei der Lebenshilfe bis auf das Jahr 1976 zurückgeht, eine jahrzehntelange Tradition hat und sich, das betonte Volk, nach einigen Jahren der Flaute, wieder sehr großer Beliebtheit erfreut.

Die Bewohner des Hauses Wald kamen mit ihren Betreuern als Barbie und Ken daher.
Die Bewohner des Hauses Wald kamen mit ihren Betreuern als Barbie und Ken daher. FOTO: Carolin Merkel / Merkel Carolin
(cim)