Bürgermeister kämpft bis zum Schluss

Bürgermeister kämpft bis zum Schluss

Was sind schon 393 Jahre Greesentag gegen einen neuen Bürgermeister? Das dachte sich Manfred Schwinn, seit Oktober vergangenen Jahres im Amt des Oberhaupts von Saarwellingen. Doch, um den Sturm auf das Rathaus auch wirklich abwenden zu können, hatte er schon am Donnerstagmorgen heftig mit den Greesen sympathisiert, sogar angekündigt, sie werden auf seiner Seite kämpfen. Doch am Abend zeigten die Wellinger Damen, für wen ihr Herz wirklich schlägt - für die Narrwellinger Fasenacht.

Spektakulär war diesmal der Umzug zum Rathaus. Neben den Fanfarenzügen Die Crichinger und Die Hesebacher bekamen die Saarwellinger Tollitäten von den Rot-Weißen-Funken Verstärkung und von vielen Prinzenpaaren der Umgebung. Doch weder das Prinzenpaar des Jahres noch die Vielzahl der Tollitäten, betonte Manfred Schwinn, machen ihm Angst. "Die Gemeindekasse ist fast leer, da macht das Regieren den Tollitäten sicher keinen Spaß mehr", erklärte er aus sicherer Entfernung vom Fenster aus.

Doch Prinz Christian Silvester I. und Prinzessin Karen Elisabeth I. hatten die passende Antwort parat. "Für euch ist das hier vielleicht nur das Rathaus, doch für uns ist es ein Schloss, und das wird dem Adel gerecht", erklärte der Prinz. Seine Lieblichkeit riet Schwinn, doch noch die Notbremse zu ziehen und sich zu ergeben. Doch der hörte nicht auf den guten Rat, sondern ließ es auf einen ersten Sturm, bei dem, wie der Prinz sagte, die Garden nur geübt hätten, ankommen. Schließlich half Schwinn nichts, der Wunsch, endlich einmal Schlagzeilen als Bürgermeister, der den Narren widerstehen konnte, zu schreiben, ging nicht in Erfüllung. Stattdessen wurde er von hübschen Gardemädchen zur Bühne geführt. Die Schlüsselübergabe war dann nur noch ein symbolischer Akt.