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Bürgerinitiative in Saarwellingen will Lkw-Rastplatz an A 8 verhindern

Kostenpflichtiger Inhalt: Protest gegen großen Lkw-Parkplatz : Drohen „Sextreffs“ an der A 8 bei Saarwellingen?

Eine Bürgerinitiative will einen großen Lkw-Parkplatz an der A 8 bei Saarwellingen verhindern. Was die möglichen Anwohner umtreibt – und wie sie das Projekt stoppen wollen.

Derzeit läuft eine Unterschriftenaktion. Die Anwohner befürchten unter anderem zusätzlichen Lärm, Müll, Prostitution und Nachteile für sich und die Umwelt. Der Bund plant in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Straßenwesen (LfS) einen Lkw-Parkplatz an der A 8 in der Höhe der Ausfahrt Saarwellingen, auf beiden Seiten der Autobahn. Derzeit sehe die Planung auch in der Nähe von Wohngebiet in Saarwellingen 50 Rastplätze für Lkw sowie 30 für Pkw vor, die aber möglicherweise auf 70 Lkw-Plätze erweitert werden und bis 350 Meter an die Bebauung heranreichen, befürchtet die Bürgerinitiative (BI) gegen den geplanten Lkw-Rastplatz, die sich Anfang Januar in Saarwellingen formiert hatte (wir berichteten mehrfach).

„Die Menschen befürchten unter anderem die Zunahme von Lärm, Abgasen und Feinstaub, zumal es durch die Nähe zur Autobahn ohnehin schon zu Beeinträchtigungen kommt und die Immissionen durch die vorherrschende Windrichtung weit in das Siedlungsgebiet getragen werden“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der BI.

Weitere Kritikpunkte der Initiative sind die Zerstörung von Naherholungsgebieten und ökologisch genutzten Ackerflächen sowie die großflächige Versiegelung auf dem Parkplatz und die daraus resultierenden Folgen auf Wasserhaushalt und Mikroklima.

Außerdem sei bei einer Bürgerbefragung durch die BI deutlich geworden, dass eine Zunahme der Kriminalität ebenso befürchtet werde wie die Nutzung des Rastplatzes für Prostitution und entsprechende „Sextreffs“. Auch in puncto Vermüllung und einer Nutzung der Waldfläche als öffentliche Toilette gebe es massive Bedenken. Nicht zuletzt befürchten die Anwohner noch einen enormen Werteverlust der Häuser sowie einen Rückgang an Lebensqualität.

Wie Birgit Summa, Sprecherin der BI, mitteilte, werde die Initiative von Bürgermeister Manfred Schwinn und dem gesamten Gemeinderat unterstützt; sie hätten bei der Unterschriftenaktion „Kein Lkw-Rastplatz in Saarwellinger Siedlungsnähe“ unterzeichnet, wie bisher weitere knapp 1000 Bürger. Noch nicht mitgerechnet seien die Unterschriftenbögen, die derzeit noch in verschiedenen Geschäften und Praxen in Saarwellingen auslägen, erklärt Summa.

Parallel dazu läuft außerdem eine Online-Petition (siehe Info). Außerdem wird die BI am Samstag, 29. Februar, mit einen Infostand am neuen Einkaufszentrum „Zur Breitwies“ weitere Unterschriften sammeln und für ihr Anliegen werben. Die Initiatoren betonen, dass es nicht darum gehe, Rastplätze generell zu verhindern. „Lkw-Fahrer haben ein Anrecht auf Park- und Rastplätze mit entsprechender Infrastruktur, die einen würdigen Aufenthalt gewährleisten“, erklärt die BI. Jedoch müsse ein aus ihrer Sicht ausreichender Abstand zur Wohnsiedlung eingehalten werden.