Kitas Kinderland Campus I und Campus II in Saarwellingen : Bisher kein Erfolg gegen die Legionellen

Kitas Kinderland Campus I und Campus II in Saarwellingen : Bisher kein Erfolg gegen die Legionellen

Wasser in den Kitas Kinderland I und II seit Monaten belastet – Erste Maßnahmen des Gesundheitsamtes griffen nicht.

Bereits im November 2017 wurden bei einer Routineuntersuchung des Gesundheitsamtes Saarlouis in den beiden Kitas Kinderland Campus I und Campus II in Saarwellingen Legionellen im Trinkwasser festgestellt. Diese Untersuchungen finden gemäß der Trinkwasserverordnung einmal jährlich statt. Das Ergebnis lag im Dezember 2017 vor.

Im Gebäude Campus I, einer Kita für die Gemeinde Saarwellingen mit 94 Kindern in der Tagesbetreuung von 7 bis 17 Uhr, wurden an sieben Stellen Proben entnommen. An zweien überstieg die Legionellenzahl den von der Trinkwasserverordnung vorgeschriebenen sogenannten technischen Maßnahmenwert. Dementsprechend wurden laut Gesundheitsamt unmittelbar Maßnahmen durchgeführt: etwa die komplette Sperrung der beanstandeten Stellen und Spülungen. Desweiteren baute ein Fachunternehmen strangregulierende Ventile ein, um die Fließgeschwindigkeit in den Leitungen zu erhöhen. Dazu war es unter anderem erforderlich, die Decken zu öffnen, was an den Wochenenden geschah, um den Tagesbetrieb nicht zu stören.

Im Gebäude Campus II, einer Kita für den gesamten Landkreis Saarlouis mit 94 Kindern in der Tagesbetreuung von 5 bis 22.30 Uhr, wurde an einer der vier Probestellen ein erhöhter Wert gemessen. Diese befand sich, laut Gesundheitsamt Saarlouis, in Schläuchen im Duschbereich. Dessen seltene Nutzung könne ein Grund für den Befund sein. Hier wurde die Schläuche ausgetauscht.

Im März führte das Gesundheitsamt eine umfassende Nachbeprobung in beiden betroffenen Kitas durch, an den beanstandeten und an weiteren Stellen. Erneut wurden dabei Überschreitungen des Grenzwertes festgestellt. Das Gesundheitsamt habe deshalb empfohlen, die Nutzungseinschränkungen auf das gesamte System auszuweiten, was von der Kita-Leitung unmittelbar umgesetzt worden sei. Für beide Gebäude ist derzeit ein Fachunternehmen mit einer Gefährdungsanalyse beauftragt worden. Das Ergebnis steht noch aus.

Laut Gesundheitsamt stelle es keine Gesundheitsgefährdung dar, das mit Legionellen belastete Wasser zu trinken (siehe Info). Durch das Einatmen von Aerosolen – also kleinen Schwebepartikeln in der Luft – wie sie beispielsweise beim Duschen im Wasserdampf entstehen, können sich jedoch gesundheitliche Risiken ergeben. Da im Falle der beiden Kitas unmittelbar nach Feststellung der Grenzwertüberschreitungen die betroffenen Wasserstellen gesperrt wurden, könne nicht von einem Gesundheitsrisiko ausgegangen werden, hieß es. Erst nachdem aufgrund der Nachbeprobung im März der Verdacht nahelag, dass die gesamten Kitas betroffen sein könnten, wurden auch die Eltern per Elternbrief informiert.

Derzeit würden mit Fachunternehmen verschiedene Maßnahmen erörtert, wie zum Beispiel der Einbau moderner automatischer Spülarmaturen. Diese speziellen Armaturen verhindern, dass das Wasser bei Nichtnutzung zu lange in den Rohrleitungen ruht, was die Verbreitung der Legionellen stoppen soll. Nach bisherigem Wissensstand geht das Gesundheitsamt davon aus, dass Mängel an der Temperatursteuerung des Warmwassersystems und der Zirkulation des Warmwassers für die Legionellen verantwortlich seien, hieß es auf Anfrage. Bis wann das Legionellen-Problem beseitigt sein könnte, steht allerdings noch nicht fest. Man sei jedoch darauf bedacht, effiziente Maßnahmen zu finden, die den laufenden Betrieb nicht stören, versichert das Gesundheitsamt.

Tatsächlich, erklärte der Geschäftsführer der Kinderland Kitas, Ralf Weber, spüre man im laufenden Betrieb kaum etwas von dem Problem. Derzeit greife man täglich auf fünf Liter Wasser aus Flaschen zum Beispiel zum Zähneputzen zurück, die die Bediensteten der Kitas selbst besorgen. „Der Aufwand“, meinte Weber, „ist vernachlässigbar.“

Etwas mehr Aufwand für die Betreuerinnen bedeute allerdings der Wegfall der Duschen. Hier helfe man sich mit Waschlappen aus, teilte die Pressestelle des Landkreises mit. Ein Wermutstropfen ist ebenfalls die Sperrung der Wasserspielstelle im Außengelände, besonders bei den aktuell sommerlichen Temperaturen. Am Dienstag, 12. Juni, soll eine erneute Beprobung stattfinden; das Ergebnis soll zeitnah vorliegen.

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