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Kunst
Sinnen-Freuden beim interkulturellen Straßenfest

Interkulturelles Straßenfest: Man traf sich auch im Innenhof des Ateliers Andruet in Saarwellingen.
Interkulturelles Straßenfest: Man traf sich auch im Innenhof des Ateliers Andruet in Saarwellingen. FOTO: Waltraud Andruet
Saarwellingen. Erstes interkulturelles Straßenfest des Kunstateliers Mario Andruet in der Bilsdorfer Straße in Saarwellingen am 17. Juni: Eine fröhliche Bilanz zogen am Montag Mario und Waltraud Andruet, zufrieden mit der Resonanz.

15 Künstlerinnen und Künstler präsentierten beim ersten interkulturellen Straßenfest in Saarwellingen ihre Werke im und um das Haus. Ergebnisse eines Kurses, den Mario Andruet geleitet hatte: Im Zeitraum eines Jahres hatten sich Künstlerinnen und Künstler im Rahmen des vom Bundesprogramm „500 Landinitiativen“ geförderten Projektes „Kunst.Bewegt.Menschen“ zusammengefunden, um in der bildnerischen und musikalischen Kunst mit Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zusammenzuarbeiten.


Weitere Highlights stellten die Schmiedearbeiten des Franzosen Louis Theobald dar, sowie die Skulpturen von Cathleen Kelkel. Mystische Drachen, fernöstliche Kobras und ein Meditierender, geheimnisvolle filigrane Skulpturen aus Jaumontstein, die im von Mario Andruet geleiteten Workshop entstandenen Papierreliefs, Gemälde und Zeichnungen der syrischen Künstler Kadro und Haider sowie die Werke von Andruet luden die Betrachter zum Verweilen ein.

Ein zweiter Aspekt dieses Projektes war der musikalische Teil. Dies war durchaus eine Herausforderung, so Waltraud Andruet, die in Claus Krisch den Leiter des interkulturellen Musikworkshops gefunden hatte. Vor dem Haus wurde eine große Bühne aufgebaut, auf der sich Musiker aus Orient und Okzident präsentieren konnten. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit gelang es, mit gefühlvoll und leidenschaftlich vorgetragenenTiteln das Publikum zu begeistern.



Einen kulinarischen Höhepunkt bildete ein großes Buffet mit internationalen Spezialitäten. Orientalisch Würziges und traditionelle deutsche Leckereien gaben sich ein Stelldichein. Von Baklava bis Käsekuchen, Fladenbrot und Flutes, Tabbouleh und Eintopf war alles vertreten.

Als dekoratives Highlight hatte eine Syrerin aus Nalbach aus einer Wassermelone ein Rosenbouquet geschnitzt. Dieses Fest wurde zu einem großen Erfolg durch die Zusammenarbeit vieler Menschen und Organisationen.

Der Nalbacher Bürgermeister Peter Lehnert brachte es bei seiner Begrüßung auf den Punkt: Er hob hervor, dass neben der interkommunalen Arbeit zwischen den Gemeinden auch das Interkulturelle stärker beachtet werden müsste. Gerade in Fragen der Flüchtlingsarbeit zeige es sich, dass der Austausch über die Gemeindegrenzen hinweg Früchte trage. Er begrüßte ausdrücklich die gemeinsamen Aktionen und hoffte, dass dadurch auch ein starkes Zeichen gegen eine aufkommende Intoleranz gegenüber Geflüchteten gesetzt werde.

Thomas Winter, der stellvertretend für den Bürgermeister Manfred Schwinn ein Grußwort vortrug, bedankte sich beim Atelier Andruet für dessen politisches Engagement.

Den Abschluss auf der Bühne bildete die Gruppe Liedstöckel, die mit ihren politischen Volksliedern zum Mitsingen animierte.

Es wurde geredet, getanzt, gegessen, die Kunst bewundert, Kontakte und Freundschaften wurden ausgebaut. Interkulturelle Mainzelmännchen halfen tüchtig beim Abräumen und Spülen, denn auf Einweggeschirr wurde konsequent verzichtet.

Die Ausstellung kann noch den ganzen Sommer über jeden ersten Sonntag im Monat besucht werden. Atelier Mario Andruet, Bilsdorferstraße 28, Saarwellingen; www.atelier-andruet.de, Tel. (0 68 38) 82 220. Das Atelier ist jeden ersten Sonntag im Monat von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

(red)