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Saarlouiser CDU-Kreischef Berg zum Rückzug von Kramp-Karrenbauer

Dillingen : Zweimal Sturm für Franz-Josef Berg

Der CDU Vorsitzende im Kreis Saarlouis, Franz-Josef Berg, ist am Montag „ein bisschen traurig“. Er hat mit Annegret Kramp-Karrenbauer, die am Montagmorgen Rückzüge von der CDU-Spitze angekündigt hat, lange zusammengearbeitet.

Gerade hat er sich am Montagmorgen um das Thema Orkan Sabine im Stadtgebiet von Dillingen gekümmert, da ereilt ihn die zweite Sturmmeldung. Der politische Windstoß von Annegret Kramp-Karrenbauer, die ihren Rückzug von der Parteispitze der Christlich-demokratischen Union Deutschlands sowie ihren Verzicht auf die Kanzlerkandidatur verkündet hat. So beschreibt es Franz-Josef Berg im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung am Montagmittag. Die SZ fragt bei ihm nach, denn der Bürgermeister der Hüttenstadt hat auch eine wichtige Funktion in seiner Partei, der CDU. Berg ist deren Saarlouiser Kreisvorsitzender.

Die Partei befinde sich „jetzt im neuen Diskussionsprozess“, sagt Berg. Heute ist er ein bisschen traurig, fügt er hinzu. „Großen Respekt“ zollt er Kramp-Karrenbauer für ihren Entschluss. Berg begrüßt, dass sie zugesagt hat, den Übergangsprozess zu moderieren.

Für seine langjährige politische Weggefährtin im Saarland – unter anderem waren die beiden auch Landtagskollegen – ist der Dillinger voll des Lobes. Einerseits wegen ihrer „großen Verdienste für das Saarland“, andererseits aber auch für ihre Leistungen als Vorsitzende der Bundes-CDU. Sie hat aus seiner Sicht den Bundesvorsitz „in schwerer Zeit“ übernommen, aber dann die Partei modernisiert und gut vorangebracht. Auch lobt er die Verbesserung des Klimas mit der CSU, die Kramp-Karrenbauer erreicht habe.

Ja, Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur gehören in eine Hand, meint auch der Saarlouiser Kreisvorsitzende der CDU. Insofern gehören beide Rückzüge nach den Ereignissen der vorigen Woche zusammen. Dabei hat sie aus Berg Sicht in der Behandlung der Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen keinen Fehler gemacht. „Sie hat sofort, vernünftig und richtig reagiert“, findet er.

Dazu gehört für ihn auch, dass die Zusammenarbeit sowohl mit der AfD als auch mit der Linkspartei ausgeschlossen bleibt. An der Beschlusslage des Parteitags gebe es nichts zu rütteln. Also weist er die Kritik an einer Gleichsetzung der beiden Parteien zurück? „Nein“, sagt er, „eine Gleichsetzung ist nicht richtig. Aber das bedeutet nicht, dass es falsch ist, eine Kooperation mit beiden abzulehnen.“

Und wie geht es weiter? Sicherlich werde nun auch in den lokalen und regionalen Gremien wie auch dem Kreisvorstand diskutiert. Als Vorsitzende und Kanzlerkandidaten denkt er an die meist genannten Verdächtigen: Armin Laschet, Friedrich Merz und Jens Spahn. „Nein“, lacht er, „wen ich von den dreien bevorzugen würde, werde ich nicht sagen.“