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| 21:30 Uhr

Theater
Die Liebe auf der Bühne

Im Theater am Ring Saarlouis eröffnete das ausgezeichnete Stück „Real Love...“ des Saarlouiser Robert-Schuman-Gymnasiums die 2. Schultheatertage Saar. Standing Ovations: Das Publikum war begeistert.
Im Theater am Ring Saarlouis eröffnete das ausgezeichnete Stück „Real Love...“ des Saarlouiser Robert-Schuman-Gymnasiums die 2. Schultheatertage Saar. Standing Ovations: Das Publikum war begeistert. FOTO: Thomas Seeber
Saarlouis. Zwei beeindruckende Eigenproduktionen zur Eröffnung der Schultheatertage Saar. Von Nicole Bastong

Liebe – was ist das eigentlich? Und warum wird sie so verklärt? Wenn sie doch so frustriert, so weh tut, so enttäuscht und so wenig mit dem zu tun hat, was man in Filmen, Liedern oder Büchern erfährt. Mit eigenen Ideen und Erfahrungen von Liebe, mit Geschlechterklischees, lebensferner Romantik und auch mit Selbstliebe hat sich der Kurs „Darstellendes Spiel“ am Robert-Schuman-Gymnasium (RSG) Saarlouis über Monate intensiv auseinandergesetzt. Entstanden ist so das 35-minütige Theaterstück „Real Love...“, mit Live-Musik, Tanzeinlagen, Video-Szenen, das nicht nur im Saarlouiser Theater am Ring das Publikum begeisterte – Standing Ovations. Die Szenencollage der 20 Schüler des RSG und des Gymnasiums am Stadtgarten wurde bereits ausgezeichnet, das Saarland 2017 beim Schultheater der Länder in Potsdam zu vertreten.

Die Eigenproduktion eröffnete die zweiten Schultheatertage Saar am Montagabend in Saarlouis. Kulturminister Ulrich Commerçon, Landrat Patrik Lauer und Oberbürgermeister Peter Demmer begrüßten die Gäste im dicht besetzten Theatersaal. Veranstalter der Aktionstage ist das Theaterpädagogische Zentrum Saar. Bis Freitag, 18. Mai, können rund 20 Schulen im Saarland mit fast 400 Schülern die Arbeit auf der Bühne im Theater Überzwerg und die Theaterarbeit anderer Schüler kennenlernen.

Auch das zweite Stück des Abends hinterließ bleibende Eindrücke: Die fünf Hauptdarsteller sind körperlich schwer behindert – aber eben nur körperlich. Man muss nicht laufen und sprechen können, um Theater zu spielen – das beeindruckte am meisten. Aber man muss vielleicht noch mutiger sein, sich auf der Bühne neugierigen Blicken zu stellen. Die Jugendlichen von der Geschwister-Scholl-Schule für körperliche und motorische Entwicklung aus Weingarten (Baden-Württemberg) können sich zwar nicht bewegen wie andere – aber das hindert sie nicht daran, sprichwörtlich zu zeigen, wer und was in ihnen steckt. Ihre Texte sprechen die fünf Jungs, teilweise assistiert, über computergestützte Kommunikation. Mit Humor und Ironie greifen sie Vorurteile und Phrasen auf, sie bringen zum Lachen, zum Nachdenken.

Auch ihre Eigenproduktion war in der Schultheater-Auswahl in Potsdam vertreten. „Rollin‘ Love“ handelt ebenfalls von Liebe, aber auch Freundschaft. Bei allem Witz und Erstaunen bedrückt die Handlung des Stückes und die Erkenntnis: Entspricht der eigene Körper nicht „dem Normalen“, funktioniert er nicht wie andere, sieht er anders aus, ist es schwierig bis unmöglich, Liebe und Sexualität zu finden. Der Wunsch danach ist aber da: Gefühle sind eben nicht „behindert“.