Wunden lecken vor dem neuen Angriff

Wunden lecken vor dem neuen Angriff

Sie waren die großen Verlierer im Saisonfinale: An 24 von 30 Spieltagen stand die SG Saarlouis-Beaumarais auf Platz eins oder zwei der Fußball-Verbandsliga. Doch im entscheidenden Moment, nach dem letzten Spiel, war das nicht mehr so.

Es war ein bitteres Ende einer eigentlich starken Saison: Nach vier Niederlagen aus den letzten sechs Partien rutschte die neu gegründete SG Saarlouis-Beaumarais am Saisonende auf Rang drei der Fußball-Verbandsliga ab und musste im Kampf um Relegationsplatz zwei der FSG Bous den Vortritt lassen. Dass Bous sich dann mit einem 4:1 im Aufstiegsspiel gegen den Nordost-Vizemeister SV Bliesmengen-Bolchen klar behauptete und in die Saarlandliga aufstieg, machte es für die Saarlouiser nicht leichter.

"Im ersten Moment war die Enttäuschung sehr groß", gesteht SG-Spielertrainer Carsten Hubrig. Der 36-Jährige sagt aber auch: "Es gibt deshalb jetzt keinen Trauermarsch. Es hat sich in den letzten fünf, sechs Wochen der Saison irgendwo angedeutet, dass es so kommen würde. Wir waren alle platt, hatten einfach zu viele Ausfälle im kleinen Kader." Zum einen nennt er Mittelfeldmotor Patrick Jantzen und Offensivspieler Salvatore Lirangi, die sich über Wochen mit Blessuren herumplagten und mangels Alternativen nicht regenerieren konnten. Hinzu kam der Ausfall von Torjäger Roland Bettinger, der nach zwölf Toren in 17 Spielen wegen eines Mittelfußbruchs das zweite Halbjahr komplett verpasste.

"Bettingers Fehlen war wohl ausschlaggebend. Am Anfang hat ihn Marvin Halbeisen gut vertreten, am Ende lief es bei ihm aber nicht mehr so rund, was man einem jungen Spieler aber auch zugestehen muss", sagt Hubrig. Der Spielertrainer selbst hatte gesundheitliche Probleme, war wegen eines Hörsturzes im Endspurt ebenfalls keine vollwertige Angriffs-Alternative mehr. Die kurze Fußballpause bis zum 27. Juni, wenn er mit der SG in die Vorbereitung einsteigt, dürfte Hubrig gut tun.

Danach will er in seinem letzten Jahr als SG-Spielertrainer noch mal angreifen: "Meister Schwalbach und Bous sind weg. Siersburg als Saarlandliga-Absteiger ist sicher keine Übermannschaft, gleiches gilt für die Teams hinter uns wie Rastpfuhl, Perl-Besch, Reimsbach oder Hemmersdorf. Ich denke nicht, dass es nächste Saison einen Topfavoriten gibt. Vielleicht ist das die Gelegenheit für mich zu einem besonders schönen Abschied", sagt Hubrig.

Als Zugänge stehen bisher Stürmer Lukas Zapf (18) von der JFG Saarlouis-Dillingen (27 Tore in 45 Junioren-Verbandsligapartien), Mittelfeldspieler Vincenzo Bologna von Absteiger SSV Pachten und Benjamin Niegemann von Ligarivale SV Karlsbrunn fest. Khalil Rizk von Neu-Saarlandligist Bous, der eigentlich zurückkehren sollte, hat der SG nach dem Bouser Aufstieg hingegen wieder abgesagt.

Auch die beiden Saarlandliga-Aufsteiger, Meister FV Schwalbach und Vizemeister FSG Bous, haben ihre Planungen bereits weit vorangetrieben. Schwalbach hat mit Jan Tybl, Christian Hollinger (beide SV Wallerfangen) und Dennis Schampel (vereinslos), dem Sohn von Meistertrainer Jörg Schampel, gleich drei neue Torhüter an Bord geholt. Dazu kommen die Mittelfeldspieler Hajrullah Muni (SV Saar 05), Luca Vella (Wallerfangen) und Jannis Kneip (SV Geislautern) sowie Angreifer Roni Ciftci (SV Karlsbrunn). Abgänge sind Niklas Wagner (1. FC Riegelsberg) und Nils Reimsbach (berufliche Pause).

Bei der FSG Bous stehen die Torhüter Moritz Speicher (SF Köllerbach) und David Blaes (1. FC Riegelsberg) sowie Marc Klein (SV Wallerfangen), Claudio Meli (SV Losheim), Philipp Mandla, Lukas Feka (beide SV Saar 05), Osman Gök (1. FC Reimsbach), Mergim Berila (SSV Pachten) und Sebastian Pistorius (SV Karlsbrunn) als Zugänge fest. Abgänge sind Thomas Feld, Jonas Hans (beide SSC Schaffhausen), Jan Horbach (SG Körprich-Bilsdorf) und Tarek Abd Alsalam (unbekannt).