„Wort gegeben, Wort gehalten“

„Wort gegeben, Wort gehalten“

Kommandowechsel: Im Saarlouiser Stadtgarten reichte gestern Divisionskommandeur Andreas Marlow den Befehl über die Saarlandbrigade von Oberst Stefan Geilen, 54, an General Dirk Faust, 49, weiter. Dem Fallschirmjägerverband gehören rund 4500 Soldatinnen und Soldaten an.

Was die Saarlandbrigade, vor allem das Fallschirmjägerregiment 26 im Saarland und in Zweibrücken, in den kommenden zwölf Monaten erwartet, "lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht konkret sagen", sagte gestern nach der Übergabe des Kommandos in Saarlouis der neue Brigadekommandeur General Dirk Faust. Vorgänger Oberst Stefan Geilen deutete in einer Ansprache an, "derzeit laufen Überlegungen, ob und wie auch Kräfte der Brigade für die bevorstehenden Einsätze in Mali, im Baltikum oder anderswo herangezogen werden".

Geilen unterstrich die Einsatzbereitschaft der beiden früheren Luftlandebrigaden 26 und 31 während der Umgliederung 2015 zur Luftlandebrigade 1. "Die Krisen im Nahen und Mittleren Osten, insbesondere im Jemen, führten dazu, dass zweimal die Alarmierung in Gang gesetzt wurde: im Februar noch in Zweibrücken und Mitte April dann in Seedorf." Das bezog sich auf 2015 und auf den Auftrag der Brigade zur militärischen Evakuierung deutscher Staatsbürger aus Krisengebieten.

Geilen würdigte auch den Einsatz der Soldaten bei der Aufnahme von Flüchtlingen 2015 in Lebach. Der saarländische Innenstaatssekretär Christian Seel hob das "persönliche Engagement von Oberst Geilen und der Soldaten " und deren "einfühlsames Verhalten gegenüber den Flüchtlingen" hervor. Da habe vieles schnell gehen müssen, "wir haben uns gegenseitig das Wort gegeben und Wort gehalten, auch wenn das nicht immer einfach war". Die Soldaten hätten Kompetenz etwa bei der Registrierung, der medizinischen Versorgung und beim Transport der Flüchtlinge auch nachts und am Wochenende bewiesen.

Der Kommandeur der übergeordneten Division Schnelle Kräfte (DSK), Generalmajor Andreas Marlow, lenkte den Blick auf die Herkunftsländer vieler Flüchtlinge: Obwohl man "möglicherweise viele Argumente gegen Militär" finden könnte, sei doch sehr klar, "für die Millionen Menschen in den genannten Ländern, die auch einfach nur friedlich leben wollen, sind wir, die Bundeswehr und ihre Verbündeten, die Guten. Unser Mitwirken gibt dort Hoffnung und ist oft das einzige Versprechen auf Sicherheit und Zukunft. Dies kann", sagte Marlow, "letztendlich auch eine Rechtfertigung für die erbrachten Opfer sein." Und die Luftlandetruppe habe in den vergangenen Jahren einen hohen Blutzoll zahlen müssen.

Marlow bescheinigte Geilen, er habe sich der Aufgabe "mit Ihrer ganzen Person gestellt und Ihre Brigade erfolgreich geführt".

Geilen verabschiedete sich als Chef des Stabes des I. Niederländisch-Deutschen Korps nach Münster. Der neue Kommandeur, Brigadegeneral Dirk Faust, 49, hat zahlreiche Verwendungen in der Führung internationaler Einsätze hinter sich. Zuletzt stand er in Liberia ein Jahr lang als erster Deutscher an der Spitze einer militärischen UN-Mission. Er befehligte als stellvertretender Kommandeur rund 4500 Soldaten - etwa so viele wie jetzt in der Luftlandebrigade 1. Geführt wird sie von Saarlouis aus.

Mehr von Saarbrücker Zeitung