Wolfsangel und Dreibänder

Schwarzenholz. 14,3 Kilometer rund um Schwarzenholz hat der neue Grenzsteinweg. Trotz dieser Länge ist er ohne Hetze in etwa vier Stunden zu schaffen. Dabei geht es überwiegend eben durch Wälder und über freie Flächen. Ein Premiumwanderweg sei nicht möglich gewesen, sagt Saarwellingens Bürgermeister Michael Philippi am frühen Samstagmorgen

Schwarzenholz. 14,3 Kilometer rund um Schwarzenholz hat der neue Grenzsteinweg. Trotz dieser Länge ist er ohne Hetze in etwa vier Stunden zu schaffen. Dabei geht es überwiegend eben durch Wälder und über freie Flächen. Ein Premiumwanderweg sei nicht möglich gewesen, sagt Saarwellingens Bürgermeister Michael Philippi am frühen Samstagmorgen. Denn es gebe Stellen, an denen Hauptstraßen überquert werden müssen. "Dieser Weg ist Premium, was das bürgerschaftliche Engagement angeht", sagt Landrat Patrik Lauer anerkennend.Im Süden von Schwarzenholz geht der Grenzsteinweg über die Schwalbacher Straße hinweg und in den Frauenwald. Hier stehen die ersten zehn der historischen Grenzsteine. Der so genannte Nullstein, von dem aus die Setzung erfolgte, ist nicht mehr auffindbar. 1777 ist in die Blöcke eingemeißelt. Im September damals habe es hier ein Treffen hochrangiger Herren gegeben, erklärt Josef Feiler vom Heimatverein Fraulautern. "Um die Grenze festzulegen. Denn der Wald war damals ein wichtiger Wirtschaftsfaktor." Vier Wochen dauerte es, die Steine zu setzen. Er und sein Kollege Guido Fontaine hätten 235 Jahre später sechs Wochen gebraucht, sie aufzuspüren.

29 Steine stammen von 1777, 18 weitere folgten zu späteren Zeiten. Alle stehen im Osten von Schwarzenholz etwa 90 Meter auseinander und reichen vom Frauenwald nahe der A 8 bis zum in Richtung Reisbach gelegenen Katzenwald.

Eine breite Kerbe weist die Oberseite auf, als Symbol der Grenze an dieser Stelle. "Das da ist eine Wolfsangel", erklärt Feiler und weist an einer Seite auf ein spiegelbildliches Z mit kurzem Querstrich. Ein Jagdwerkzeug war das. Schnappte ein Wolf nach dem daran befestigten Köder, bohrten sich die Zacken in seinen Rachen. Die Wolfsangel steht für die Herrschaft von Nassau-Saarbrücken, ein großes "F" darunter für den herrschaftlichen Forst.

Dem gegenüber liegt der Einflussbereich des Fraulauterner Klosters. Dazu gehörte auch Schwarzenholz, das mit "SH" gekennzeichnet ist. Wo drei Gebiete aufeinander stoßen, wie beispielsweise in Richtung Niedersalbach, steht ein so genannter Dreibänder. Dessen Kerbe ähnelt einem Y. "Den Weg nehmen wir nächstes Jahr in unsere Wanderungen auf", sagt noch unterwegs Klaus Schönberger, Vorsitzender des Saarwald-Vereins Wallerfangen. Ein schöner Weg sei das, "gut zu gehen". Das bestätigt eine junge Frau aus Piesbach am Ende der Strecke. "Aber man merkt das schon", sagt sie zu den 14,3 Kilometern.

Den Grenzsteinweg markieren um die 120 Hinweisschilder. Die haben Ortsvorsteher Josef Werth und seine Helfer angebracht. Zur Arbeitsgruppe gehören noch Rudi Klein, Rudi Schmitt, Leo Ziegler und Gerhard Schwinn. Die fünf sind für den Weg verantwortlich und werden ihn künftig in Schuss halten. Zwei Teilstrecken von 2,5 und fünf Kilometern Länge werden noch behindertengerecht gestaltet, sagt Werth. Außerdem kommen Hinweisschilder an interessante Stellen.

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"Wald war ein wichtiger Wirtschafts-

faktor".

In Richtung Reisbach weist die Grenzmarke auf einem alten Grenzstein, erläutert Ortsvorsteher Josef Werth. Foto: Johannes A. Bodwing
In Richtung Reisbach weist die Grenzmarke auf einem alten Grenzstein, erläutert Ortsvorsteher Josef Werth. Foto: Johannes A. Bodwing

Josef Feiler