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Serie
„Wir schaffen einen Moment der Ruhe“

Krankenhauseelsorger Volker Schneider genießt die ruhigen Momente im Advent.
Krankenhauseelsorger Volker Schneider genießt die ruhigen Momente im Advent. FOTO: Carolin Merkel
Saarlouis. Klinikseelsorge über Weihnachten: Kein Ausgleich für die Patienten, aber es schwächt die Belastung wenigstens ein bisschen ab, sagen Seelsorger. Von Carolin Merkel

„Von dem, der es schaffte“, lautet der Titel einer kleinen Geschichte aus einer Sammlung von Willi Höffsümmer. Sie erzählt von vier Menschen, die sich auf den Weg durch einen Tunnel machen. Am Ende schafft es der, der mit Zuversicht und Gebet den Weg auf sich nimmt. Es ist die Geschichte zum 12. Dezember, ausgewählt vom Team der Krankenhausseelsorger in Saarlouis. Die Zettel liegen unter anderem in der Kapelle der Elisabethklinik, und Volker Schneider, seit sechs Jahren dort Krankenhauspfarrer, freut sich, dass sie, ebenso wie die Geschichten zu den ersten elf Tage im Dezember, guten Absatz gefunden haben.


„Wir schaffen mit diesem Angebot im Advent einen Moment der Ruhe, der Einkehr und des Nachdenkens. Jeder kann für sich selbst entscheiden, wann und wie er es zulässt“, erklärt er in seinem Büro. Dort steht sein Telefon, eine Rufumleitung auf sein Handy ermöglicht es ihm, immer erreichbar zu sein. Denn das bedeutet für ihn Seelsorge. Menschen, die sich ihm anvertrauen, die Seelsorge brauchen, egal ob Patienten oder Angehörige, für sie will er da sein. „Gerade im Krankenhaus nehmen die Menschen die Seelsorge wieder in Anspruch. Sie wollen reden, manche lange unausgesprochene Dinge kommen erst dort an die Oberfläche.“

Ganz besonders intensiv, erzählt er, erlebt er dabei immer wieder die Advents- und Weihnachtszeit. „Das ist die Zeit, in der wir an unserer Kindheit denken, viele Erinnerungen hochkommen. Die Menschen werden offener für bestimmte Themen. Und es ist eine Zeit, in der wir die Atmosphäre der Weihnacht suchen.“



Dafür setzt sich das Team der Ehrenamtlichen aus dem Kreis der Freunde und Förderer der Klinik ein. Eine große Krippenlandschaft, dazu ein Weihnachtsbaum und kleine Aufmerksamkeiten für die Patienten, die über die Feiertage im Krankenhaus bleiben müssen, helfen dabei, ein Stück der Weihnachtsbotschaft in den Klinikalltag zu bringen. „Natürlich kann das nicht alles auffangen, doch es schwächt schon ein bisschen ab“, weiß Schneider aus Erfahrung.

Besonders freut ihn die Unterstützung der Ehrenamtler beim Austeilen der Kommunion. „Es ist ein festes Team, das immer zur Stelle ist und sehr verlässlich dafür sorgt, dass auf den Stationen die Krankenkommunion ausgeteilt werden kann, sogar an Heiligabend“, erklärt er. Ein Blick auf den Gottesdienstplan zeigt, Weihnachten spielt in der Kapelle, aber auch auf den Stationen eine wichtige Rolle. „Wir haben Patienten, Angehörige, aber auch Externe, die gemeinsam hier Gottesdienst feiern. Zudem werden die Messen in die Zimmer übertragen. Jeder, der möchte, ist eingeladen, mitzufeiern“.

Volker Schnieder hat im Krankenhaus seinen Platz in der Seelsorge gefunden, wie er betont, nicht nur an Weihnachten. Doch gerade dann, sagt er, sei es ein ganz besonderes schönes Gefühl, wenn die Angebote, die das Seelsorgeteam, das auch für das DRK-Krankenhaus, die Klinik in Dillingen und das St. Nikolaus Hospital in Wallerfangen zuständig ist, von den Menschen angenommen werden.

An diesem Sonntag, 17.Dezember, gastiert der Rathauschor Saarlouis unter der Leitung von Johannes Schmitz mit seinem Weihnachtskonzert der Aula der Klinik, der Eintritt ist frei. Die Gottesdienste in der Kapelle im St.Elisabeth Krankenhaus in Saarlouis: Samstag, 23. Dezember um 15.30 Uhr Heilige Messe, Heiligabend, 24. Dezember um 16 Uhr Mette, ab 15.30 Uhr Einstimmung mit Chorgesang, Montag, 25. Dezember um 10.15 Uhr Hochamt.

Pfarrer Volker Schneider ist zu erreichen unter Telefon (0 68 31) 16 16 80 oder per E-Mail: volker.schneider@bistum-trier.de