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Wildschäden
Stadt Saarlouis probiert neue Strategie gegen Wildschweine

Wildschweine machen in Saarlouis richtig Ärger.
Wildschweine machen in Saarlouis richtig Ärger. FOTO: dpa / Jan Woitas
Saarlouis. Saarlouiser Bürger klagen über immer mehr Schäden, die Wildschine anrichten. Jetzt versucht die Stadt erneut, die Tiere aus den Wohngebieten und von den Friedhöfen zu vertreiben.

Die Stadt Saarlouis setzt erneut an, um Wildschweine aus Siedlungsgebieten zu vertreiben. Jüngst hatten die Tiere wieder nahe dem Ellbachtal, in Roden, Fraulautern und Steinrausch Böden durchpflügt. „Regelmäßig werden hier Vorgärten oder Friedhöfe vollständig durchwühlt, die Schäden sind massiv. Immer häufiger treffen sie auch auf Spaziergänger“, teilte die Stadt mit. „Durch konsequenten, gezielten Rückschnitt dicht bewachsener Bereiche und intensivierte Jagd sollen sich die Tiere in Siedlungsgebieten unsicher fühlen und abwandern.“


„Wir nehmen die Sorgen und Nöte der Menschen ernst“, betonte OB Peter Demmer. „Dazu haben wir eine neue Strategie auf den Weg gebracht, die bereits erste Erfolge zeigt.“

Um Rückzugsorte der Wildschweine in den Wohngebieten zu reduzieren, werden dicht bewachsene Bereiche an Schwerpunktstellen Stück für Stück und unter Beachtung naturschutzrechtlicher Bestimmungen massiv zurückgeschnitten. Weil die Tiere nach sicherem Unterschlupf suchen, sollen sie so wieder in Richtung Ellbachtal und raus aus den Stadtgebieten gedrängt werden. Erste Maßnahmen habe der Neue Betriebshof Saarlouis bereits umgesetzt, diese werden fortlaufend weitergeführt.



Unterstützt wird der Rückschnitt durch eine intensivierte Jagd in den Randlagen der Wohngebiete. Zweimal täglich erkunden die Jagdpächter die Lage vor Ort – Routen und Rückzugsorte der Wildschweine sind ihnen bestens bekannt. Wenn sie bei ihrem Rundgang auf Tiere treffen, können diese nun geschossen werden. Ob die Rahmenbedingungen dafür gegeben sind und ein Schuss sicher abgesetzt werden kann, entscheiden die erfahrenen Jäger im Einzelfall, heißt es bei der Stadt.

Fütterungsverbot

Ein weiterer zentraler Faktor sei das Nahrungsangebot, das Wildschweine in Wohngebieten vorfinden. Die Tiere sind ständig in Bewegung, lernfähig und erinnern sich an Orte mit gutem Nahrungsangebot – auch über Jahre. Neben offenen Komposthaufen wird aus falsch verstandener Tierliebe zuweilen bewusst gefüttert. Daher sei ein Fütterungsverbot oberstes Gebot.

Herrenlos

Nach dem Gesetz sind Wildschweine herrenlos und unterliegen dem Jagdrecht. Versicherungen oder die öffentliche Hand haften nicht für Schäden an Privatgrundstücken, auch gibt es keine Behörde, die unmittelbar für die Regulierung der Wildschweinpopulation zuständig ist.

Beschwerden über Wildschweine in Saarlouis werden bei der Stadtverwaltung zentral entgegen genommen unter Tel. (06831) 443 243 oder presse@saarlouis.de.

(we)