Wie Batman in der Formel 1

Es ist schon ein ganz besonderes Fahrgefühl, wenn man knapp über der Straße sitzt und hinten nur ein Rad ist. Das bietet der Slingshot der Marke Polaris, den die Firma Sacksteder in Saarlouis exklusiv im Saarland vertreibt. Die SZ ist damit mal Probe gefahren.

Ein rasantes Fahrzeug auf drei Rädern ist der Polaris Slingshot.

Vielleicht hat sich der ein oder andere in den vergangenen Wochen schon gefragt, ob Batman sich einen zweiten Wohnsitz in Saarlouis zugelegt hat und ab und an mit seinem Batmobil auf Spritztour geht. Auf diesen Gedanken kann man durchaus kommen, beim Anblick des schnittigen, schwarz-roten Dreirads, das vom US-Hersteller Polaris gebaut wird und auf den Namen Slingshot hört. Ein paar kleine Unterschiede zum mit Pedalen betriebenen Dreirad für Kinder gibt es allerdings schon. Der Slingshot hat satte 175 PS, die seine mageren 800 Kilo ohne Probleme 220 Kilometer in der Stunde zurücklegen lassen. Und dann ist da noch eine Besonderheit: der 255er-20-Zoll-Reifen, der hinten angebracht ist. Auf Schnickschnack wie Türen, Dach oder Kofferraum hat Polaris verzichtet, das würde dem einzigartigen Fahrgefühl auch widersprechen.

Und von diesem Fahrgefühl durfte ich mich bei der Sacksteder GmbH in Saarlouis überzeugen. Sacksteder ist einer von zwölf Händlern in Deutschland, die den Slingshot vertreiben. "Wir verkaufen seit 1988 Quads und ATVs (All Terrain Vehicle). Polaris hat sich gezielt solche Händler ausgesucht, was uns natürlich sehr freut", sagt Geschäftsführer Günter Sacksteder. In den USA sei das Fahrzeug ein Verkaufsschlager, sagt er. Für Deutschland hält Polaris zunächst 200 Stück zum Verkauf bereit. Einen davon hat Sacksteder nach Frankfurt verkauft, einen zweiten in die Schweiz.

Ich darf die Kiste mit einem Autoführerschein fahren, wer nach 2012 den Lappen gemacht hat, braucht einen Motorradführerschein. Ein Helm ist nicht vorgeschrieben.

Der Einstieg ist eher ein Abstieg, denn der Sitz befindet sich quasi direkt über dem Boden. Und genau das macht den Reiz aus, denn die Straße, die nur wenige Zentimeter unter dem Hintern vorbeirauscht, der Wind, der frontal um die Ohren pfeift, dazu rechts, links und oben keine Wände - man kann es nicht anders sagen -, das ist schon extrem cool. Und bisschen fühlt man sich dabei wie Batman . Der Motorsound, der natürlich ebenfalls volle Suppe bei Fahrer und Beifahrer ankommt, dürfte bei jedem Motorsportfan wie Musik klingen. Dass die Kunststoffverkleidung etwas klappert - drauf gepfiffen. Und sie erfüllt ja auch ihren Zweck, denn wo kein Dach ist, fällt der Regen rein, und der ist auf Plastik und Gummi nun mal weit unproblematischer als auf Zedernholzvertäfelung und Ledersitzen. Die Blicke anderer Autofahrer und Passanten zieht man mit dem Slingshot ohne Zweifel auf sich, dass hinten nur ein Rad ist, merkt man beim Fahren allerdings nicht.

Alltagstauglich sei der Sling shot allemal, sagt Günter Sacksteder, wobei es natürlich ein reines Fun-Fahrzeug sei. Und Spaß macht es auf jeden Fall, damit durch die Gegend zu brettern. Wen rund 30 000 Euro nicht abschrecken, der wird damit, vor allem im Sommer, seine Freude haben. Und da Slingshot-Fahrer vermutlich eher nicht zu einer ökonomischen Fahrweise neigen, dürfte der Verbrauch eher näher an zwölf, statt an sieben Litern liegen, aber das spielt dann auch keine Rolle.

Ob man ein Slingshot-Typ ist, lässt sich bei einer Testfahrt prima rausfinden. Ich könnte mich damit anfreunden, aber für mich gibt es leider 30 000 Gründe, die gegen eine Anschaffung sprechen.

polarisslingshot.de