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Wenn Teamkollegen plötzlich zu Gegnern werden

Wenn Teamkollegen plötzlich zu Gegnern werden

Normal stehen sie in Gelb gekleidet auf dem Basketballfeld und spielen miteinander für die Saarlouis Royals. Jetzt müssen sie gegeneinander ran: Magaly Meynadier und Levke Brodersen freuen sich auf das Duell.

Für die eine ist es ein echtes Heimspiel, für die andere fast. Trotzdem stehen sich Magaly Meynadier und Levke Brodersen heute in zwei unterschiedlichen Mannschaften gegenüber - und das, obwohl Meynadier und Brodersen eigentlich Seite an Seite in der Basketball-Bundesliga für die Saarlouis Royals spielen. Am letzten Spieltag der Qualifikation zur Basketball-Europameisterschaft empfängt Meynadier mit Luxemburg ab 19 Uhr (im Nationalen Sport- und Kulturzentrum d'Coque) die deutsche Nationalmannschaft um Brodersen. Beide Teams können sich in der Gruppe mit Serbien und der Ukraine nicht mehr für die EM qualifizieren, trotzdem geht es um einen guten Abschluss. "Wir wollen mit einem guten Gefühl aus der Qualifikation rausgehen", sagt Brodersen.

Freude auf beiden Seiten

Die beiden Kontrahentinnen freuen sich jedenfalls auf das Aufeinandertreffen. "Wir verstehen uns gut und sind Freunde. Wir haben schon drüber gelacht, dass wir gegeneinander spielen und werden beide einfach Spaß haben", erklärt "Maggy", wie Meynadier meistens genannt wird.

Brodersen stimmt ihrer Vereinskollegin und Gegnerin zu: "Es ist schon komisch, jetzt gegen sie zu spielen. Wir werden vor dem Spiel bestimmt viel lachen. Wenn es aber an die Spielvorbereitung und ins Spiel geht, ist jeder auf sein eigenes Spiel fokussiert", erklärt sie. Auch den Trainer der Luxemburgerinnen kennt sie: Mariusz Dziurdzia wurde 2012 mit Brodersen und den Royals Jugend-Pokalsieger und war Assistent von Ex-Trainer René Spandauw.

Beim 80:36-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft im Hinspiel im Februar spielte nur Brodersen. Trotz des hohen Sieges warnt sie vor Überheblichkeit: "Wir müssen uns konzentrieren. Luxemburg wird alles reinwerfen", erklärt Brodersen und ergänzt: "Für mich ist das ein ganz besonderes Spiel, auf das ich mich riesig freue. Es ist wegen der Nähe zu Saarlouis fast ein Heimspiel. Freunde und Familie werden mich anfeuern." Auch Meynadier freut sich auf ein besonderes Spiel. "Es werden viele deutsche Fans kommen. Die Atmosphäre wird daher bestimmt gut. Vielleicht drücken mir ja auch ein paar Saarlouiser Fans die Daumen", sagt die 25-Jährige und lacht. Saarlouis ist ihre erste Station im Profi-Basketball. Schwierigkeiten, sich zu integrieren, hatte sie aber nicht. "Ich bin von allen super aufgenommen worden und fühle mich super wohl", sagt die Luxemburgerin.

Wegen Paar nach Saarlouis

Magaly „Magy“ Meynadier hofft auf Saarlouiser Unterstützung von den Rängen. Foto: Ruppenthal Foto: Ruppenthal

Einer wird das Spiel auf jeden Fall neutral bewerten: Der ehemalige luxemburgische Nationaltrainer Hermann Paar trainiert seit dieser Saison die Royals und hat Meynadier nach Saarlouis gelockt. "Deutschland ist natürlich klarer Favorit, aber sie dürfen Luxemburg nicht unterschätzen. Daher könnte das ein interessantes Spiel werden", erklärt Paar. Spätestens am Sonntag gehen Brodersen und Meynadier dann wieder gemeinsam auf Punktejagd. Dann empfangen die Royals, die in der Liga auf Rang zwei liegen, ab 15 Uhr die Chemcats aus Chemnitz zum nächsten Liga-Spiel in der Stadtgartenhalle.