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Wenig Bewegung auf dem Arbeitsmarkt Oktober im Kreis Saarlouis

Arbeitsmarkt Oktober : Es bleibt unsicher auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Saarlouis

Kaum Bewegung im Kreis Saarlouis, und wenn doch, dann leicht positive: Das ist aber nur eine Augenblicksaufnahme. Was sich mittelfristig auf dem Arbeitsmarkt bewegt, lässt sich nicht erkennen.

Ein bisschen gleicht der Arbeitsmarkt im Industrie-Kreis Saarlouis den Masken, die derzeit jeder im Alltag trägt. Die Zahlen verdecken ein gutes Stück weit, was darunter wirklich vorgeht.

Im Landkreis Saarlouis waren im Oktober insgesamt 6175 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 69 weniger als im September. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren damit  bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter fast ein Viertel Arbeitslose mehr gemeldet (plus 1.172). Die Arbeitslosenquote lag mit 5,8 Prozent um 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonats und um 1,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres.

Der Kreis Saarlouis rangiert damit weiter an dritter Stelle im Saarland. Die Spanne reicht von  3,7 Prozent im Kreis St. Wendel bis 10,3 Prozent im Regionalverband.

Für das ganze Saarland gilt: „Die Herbstbelebung am saarländischen Arbeitsmarkt ist trotz Pandemie aktuell weiter spürbar. Menschen, die ohne Arbeit sind, finden vermehrt wieder Anstellungen in den Unternehmen – sogar im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist seit Mai kontinuierlich leicht ansteigend. Die Betriebe haben nach wie vor Personalbedarfe und agieren mit Weitsicht. Das vorhandene Stellenangebot schafft Chancen und Perspektiven“, erläutert Madeleine Seidel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland.

Dennoch, das macht Madeleine Seidel ebenfalls deutlich, sei man noch weit entfernt von einer Entspannung: Nach wie vor sei die Kurzarbeit ein wesentliches Instrument, das zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes und zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit in der Region beitrage. Neu Kurzarbeit angezeigt haben im Oktober neun Betriebe für 895 Beschäftigte. Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 2403 Unternehmen im Landkreis Kurzarbeit für 36 982 Beschäftigte angezeigt. Das ist aber nicht die Zahl der tatsächlich umgesetzten Kurzarbeit.

„Die Lage bleibt angesichts des rasanten Infektionsgeschehens eher unsicher“, sagt Seidel.

Was mit Belebung gemeint ist: Aus dem Job heraus arbeitslos wurden im Oktober 2966 Männer und Frauen, das sind 153 weniger als im September. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit bei 305. Sie verringerte sich um 82 im Vergleich zum Vormonat und lag um 38 über dem Wert des Vorjahres. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus betrug 1280. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um zwölf erhöht. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Anstieg um 386 zu verzeichnen.

Wer auf Grundsicherung angewiesen ist, etwa Langzeitarbeitslose, wird im Kreis Saarlouis beim Jobcenter registriert. Dort waren im Oktober 3209 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, also etwa jeder zweite Arbeitslose im Kreis. Die Zahl dieser Arbeitslosen lag um 84 über dem Vormonats- und 442 über dem Vorjahreswert.

Jugendarbeitslosigkeit ist im Bereich der Grundsicherung nicht in nennenswertem Umfang vorhanden. 893 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich sowohl gegenüber dem Vormonat wie auch dem Vorjahresmonat um 22 erhöht.

Mehr als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Oktober 1660. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um 254.

Im Oktober wurden im Landkreis Saarlouis weniger neue Arbeitsstellen gemeldet als noch im Monat zuvor. Unternehmen der Region haben im aktuellen Monat 431 Stellen zur Besetzung gemeldet, 27 weniger als im Vormonat - aber 109 mehr als vor einem Jahr.

Seit Jahresbeginn wurden 3787 offene Stellen gemeldet, ein Achtel weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen 1721 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung. Der Stellenbestand liegt damit fast ein Zehntel unter dem Vorjahresniveau.