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Weiter Pannen bei Masken-Ausgabe in Saarlouis

Kostenpflichtiger Inhalt: Viel Unmut wegen der Verteilung : Gratismasken reichen in Saarlouis nicht

Der Unmut über die innerhalb weniger Stunden neu organisierte Ausgabe von Corona-Masken in Saarlouis setzte sich auch am Dienstag fort. Neu hinzu kam: Die Masken reichten nicht.

Dienstag, 15.30 Uhr, meldet die Stadt Saarlouis: alle Masken ausgegeben, es gibt keine mehr an den acht Ausgabestellen im Stadtgebiet. Zu lesen ist das nur auf Facebook. Viele Bürgerinnen und Bürger sind umsonst gekommen, weitere sind unterwegs. Denn am Montag hatte die Stadtverwaltung überraschend angekündigt: Die rund 175 000 Corona-Masken für Saarlouis werden doch nicht in die Briefkästen gesteckt, man muss sie selbst abholen. Am Dienstag bis 19 Uhr. Eine begrenzte Anzahl konnte dann gegen Ende doch noch ausgegeben werden.

Die ohnehin angeheizte Stimmung bei den Mitgliedern der drei Ratsfraktionen, die die Mehrheit bilden, steigt auf einen Siedepunkt. Bei der Stadt indes eher unterkühlte Atmosphäre: Wie die beiden Ausgabetage bis Dienstagmittag gelaufen seien? „Bis zum Redaktionsschluss werden wir in zwei Tagen die kompletten 175 000 Masken verteilt haben. Die Masken an die Personen über 80 Jahre und mit besonderen Einschränkungen sind in der Post. Von Seiten des Ordnungsamtes kann gesagt werden, dass sich die meisten Bürger vorbildlich verhalten haben. Die Ausgabestellen wurden regelmäßig kontrolliert und Personen, die sich nicht an die Verkehrs- und Abstandsregeln hielten, ermahnt. Gröbere Verstöße gegen Rechtsnormen konnten nicht festgestellt werden.“

Andere sahen das anders. Helfer, die sich freiwillig gemeldet hatten, fühlten sich verprellt. Ganz kurzfristig war ihnen mitgeteilt worden, dass sie nicht von Haus zu Haus gehen brauchen. Sondern Masken an die Bürger ausgeben, die zu den acht Verteilstellen kommen würden. Darüber beschwerten sich einige. Den heftigsten Vorwurf formulierte Carsten Quirin, der Vorsitzende der CDU Innenstadt: „Mitarbeiter, Mandatsträger oder ehrenamtliche Helfer durch schlampige Organisation fahrlässig einem hohen gesundheitlichen Risiko ausgesetzt hat. Der Oberbürgermeister hat gegenüber seinen Mitarbeitern und den Helfern eine Fürsorgepflicht! Es gilt immer zuerst die Helfer durch Anweisungen und Schutzausstattung zu schützen, dies ist ungenügend getan worden.“ Und: „Es gab keinen Sichtschutz; Handschuhe nur in Größe S, nichtmal eine Flasche Wasser. Eine Verkehrsleitung gab es nicht, die habe ich gemacht.“

Diese Bilder dürfte es in Corona-Zeiten nicht geben, kritisierte CDU-Chef Marc Speicher, der dieses Foto in Roden machte. Foto: Marc Speicher

Die Helfer hätten dennoch einen Super-Job gemacht, sagt CDU-Fraktionschef Raphael Schäfer. Und die am Ende fehlenden Masken zu kommentieren, „dazu fehlen selbst uns die Worte“.