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Was Unternehmen in der Corona-Krise vom Wfus wissen wollen

Kostenpflichtiger Inhalt: Immer mehr Sorgen : Je kleiner die Firma, desto größer die Unsicherheit

Seit die ersten Programme für Corona-geschädigte Firmen laufen, erlebt die Wirtschaftsförderung Untere Saar einen Ansturm.

Seit das Corona-Sofortprogramm zur Hilfe für Unternehmen bekannt ist, steigt die Anzahl der Anfragen von Firmenan die  Wirtschaftsförderer des Landkreises Saarlouis täglich, derzeit sind es 30 bis 50 Anfragen. „Je kleiner das Unternehmen, umso größer sind Unsicherheit, Sorgen und Ängste des wirtschaftlichen Fortbestandes des Betriebes. Auch im Hinblick der Schnelligkeit und Bearbeitung der beantragten Fördermittel“, sagte am Donnerstag der Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Untere Saar (WFUS), Jürgen Pohl.

Die WFUS kontaktieren laut Pohl vor allem kleinere  Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeiter und mittlere mit bis zu 250. Die Großunternehmen wie  Ford, Dillinger oder Nemak „wenden sich, wie auch in der Vergangenheit, direkt an die Ministerien“.

Die Fragen aus den Betrieben ähnelten sich oft, erklärte Pohl. Ganz typisch: „Greift das jetzige Sofortprogramm für meinen Betrieb? Wie schnell bekomme ich die in Aussicht gestellten Soforthilfen? Welche Nachweise muss ich erbringen? Wird mein Privatvermögen angerechnet auf die Soforthilfe? Wie sieht meine Bonitätsprüfung in der Zukunft aus? Muss ich mich jetzt verschulden, um zukünftig an Darlehen, Kredite usw. zu erhalten? Was muss ich tun bei Kurzarbeit? Bekomme ich dann noch kumuliert weitere Soforthilfen oder sind weitere Mittel zu beantragen? Wie lange greifen die Förderprogramme? Muss man bereits erfolglos bei einer Bank ein Darlehensantrag gestellt haben? Darf man keine Liquiditätsreserven haben? Müssen sämtliche Stundungsmöglichkeiten seitens der Finanzbehörde ausgeschöpft sein?

Oder: Geschäfte, die jetzt ausfallen“, können unter Umständen in späteren Zeiten nicht mehr nachgeholt werden und führen dann zur dauerhaften Unterfinanzierung. Wie geht’s es dann weiter?“

Aus den Fragelisten schälen sich die Hauptsorgen der Firmen heraus. Pohl: „Schnelle Liquidität, Verbindlichkeiten bedienen zu können. Wie kann ich meine Mitarbeiter halten? Wie kann Personal aufgestockt werden, wenn keine finanziellen Ressourcen vorliegen?

Klar ist für Pohl, dass die jetzigen Mittel nicht reichen werden, „da der wirtschaftliche Schaden, der bisher bereits entstanden ist, nicht zu kompensieren sein wird. Hier wird die Politik noch stärker gefordert sein, diese Fragen und Probleme zu lösen. Die psychologische Beruhigungswirkung kann dann stabilisierend sein, wenn der Staat der Wirtschaft das Gefühl nachhaltig vermitteln kann, es wird ihr auf jeden Fall geholfen.“

Die eigentlich üblichen Anfragen an den WFUS sind zurückgegangen, sagt Pohl. „ Jeder wartet ab und ist in Wartestellung. Geplante Investitionen werden zunächst zurückgehalten, vergleichbar mit der Konjunkturkrise 2008/2009.“

Pohl äußert auch eine Bitte: „Bei allem Verständnis für Sorgen und Panik, zeigen Sie gegenseitig Verständnis füreinander, besonders. gegenüber Mitarbeitern der den zuständigen Behörden, Ministerium, Banken, Finanzamt, Arbeitsagentur, Jobcenter, die über die Anträge entscheiden.“

Die Nachfragen beim WFUS laufen vor allem telefonisch ein. Erster Ansprechpartner auf der Hotline ist WFUS- Mitarbeiter Falk Leidell.

wfus.de