Was Ottmar Schreiner ausmacht

Ottmar Schreiner bewirbt sich nicht nochmals darum, die Kreise Saarlouis und Merzig-Wadern für die SPD im Deutschen Bundestag zu vertreten. Jeder weiß, dass ihn Krankheit hindert. Wer Schreiner kennen lernt, erlebt, wie Politik wirklich ist. Ein Interessenausgleich, der unsere Lebensbedingungen setzt, würde man korrekt sagen

Ottmar Schreiner bewirbt sich nicht nochmals darum, die Kreise Saarlouis und Merzig-Wadern für die SPD im Deutschen Bundestag zu vertreten. Jeder weiß, dass ihn Krankheit hindert.Wer Schreiner kennen lernt, erlebt, wie Politik wirklich ist. Ein Interessenausgleich, der unsere Lebensbedingungen setzt, würde man korrekt sagen. Aber das ist kein freundliches Gentlemen's Agreement, genauso wenig wie ein schmutziges Geschäft. Es ist Auseinandersetzung im klaren Wissen, dass niemand allein im Besitz der Wahrheit und der einzig richtigen Lösung ist. Es ist Auseinandersetzung mit politischen Positionen, hinter denen oft viel Macht steht.

Schreiner hat vor solcher Macht keine Angst und lässt sich folglich nicht lähmen. Und er beherrscht die so oft missverstandene Triebkraft, die politische Prozesse vorantreibt: das Störfeuer. Nicht den Dauer-Schrotbeschuss, sondern das gezielte Störfeuer. Es zielt auf jeweils aktuelle Mehrheiten, die der Versuchung erliegen, nur ihre Interessen einseitig durchzusetzen. Störfeuer klingt kriegerisch, nicht friedlich, aber Politik ist auch nicht wirklich friedlich. Sie kann nur sein, wenn sie immer wieder kämpferisch bleibt. Demokratischer Politik nicht abfällig, sondern mit wenigstens einem Funken Ehre zu begegnen: Das wäre die richtige Art, Ottmar Schreiner für seine 33 Jahre im Bundestag zu danken.