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Redaktions-Unworte 2019: Warnung vor der stummen Mehrheit

Redaktions-Unworte 2019 : Warnung vor der stummen Mehrheit

Erinnern wir uns an die Welle der Empörung, die nach der nicht ganz glücklichen WDR-Comedy-Aktion mit einem verballhornten Kinderlied durchs Netz schwappte – ja, die Umweltsau-Debatte. Der Sender verwies darauf, dass ein Großteil der bissigen bis hasserfüllten Kommentare Ergebnis einer gesteuerten Empörung war.

Klar ist, was gemeint ist. Laut Analysen hatten Netzwerke am rechten Rand die anfängliche (recht kleine) Aufregung zu einem wahren Sturm der Entrüstung gegenüber dem Medium angefacht.

Das Unwort gesteuerte Empörung ist dabei nicht nur rein beschreibend, es soll auch verharmlosen. Hinter einer überschaubaren Gruppe von Krawallmachern im Netz steht immer auch die große und allzu oft schweigende Mehrheit. Nur wenige widersprechen. In Zeiten immer hitziger geführter gesellschaftlicher Debatten, wäre es fatal, diese Form von Meinungsmache über Empörung als gesteuert abzutun, statt ihr argumentativ zu begegnen.