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Ehrung für Zivilcourage
Wadgasser zieht Mann aus der eisigen Saar

Staatssekretär Christian Seel (Zweiter von rechts) zeichnete die Retter aus: Francesco Bruno, Michael Rödel, Christopher Himbert, Lars Penner und Peter Ludes (von links).
Staatssekretär Christian Seel (Zweiter von rechts) zeichnete die Retter aus: Francesco Bruno, Michael Rödel, Christopher Himbert, Lars Penner und Peter Ludes (von links). FOTO: Innenministerium
Saarbrücken/Wadgassen. Landesregierung ehrt Retter für ihren mutigen Einsatz, darunter auch Feuerwehrmann Lars Penner aus Wadgassen.

Sie haben ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit anderen geholfen – und dabei Leben gerettet: Innen-Staatssekretär Christian Seel hat am Mittwoch in Saarbrücken Lars Penner aus Wadgassen, Michael Rödel aus Völklingen, Peter Ludes aus Beckingen, Francesco Bruno aus Sulzbach sowie die Kommissare Christopher Himbert und Alessia Rickert von der Polizeiinspektion Burbach für ihre Zivilcourage und ihre spontane Hilfeleistungen ausgezeichnet. Gleichzeitig dankte Seel den Rettern im Namen der Landesregierung.



„Wir investieren viele öffentliche Mittel in unsere Rettungssysteme, damit diese immer effizienter werden. Entscheidend ist aber im Besonderen die Aufmerksamkeit der Mitmenschen, die entweder ‚Erste Hilfe‘ leisten oder den Impuls für Hilfeanforderung geben“, sagte Seel in seiner Laudatio. Menschen, die in besonderen Situationen schnell, couragiert und besonnen handelten und so Mitmenschen in Gefahr helfen, seien Personen mit Vorbildfunktion.

So wie Lars Penner, der mit der „Saarländischen Rettungsmedaille“ ausgezeichnet wurde. Am 2. Dezember 2016 war die Feuerwehr Saarbrücken zu einer in der Saar treibenden Person in Höhe der Wilhelm-Heinrich-Brücke gerufen worden. Der Wasserrettungszug der Berufsfeuerwehr fuhr an die gemeldete Stelle. Unmittelbar nach Ankunft an der Berliner Promenade entdeckte Penner die in der Saar treibende Person. Er zog sich schnell die dicken Kleider aus und sprang mit einem Rettungsring in die Saar. Nach über einer Minute hatt er den im Wasser Treibenden erreicht und zog ihn ans Ufer. Die Wassertemperatur betrug zu diesem Zeitpunkt unter sieben Grad, Penner befand sich in akuter Lebensgefahr und hat bei dieser Rettungstat „die ihm obliegenden Pflichten deutlich überschritten“, wie es in der Auszeichnung heißt.

Michael Rödel erhielt die Rettungsmedaille, weil er im März 2016 eine gehbehinderte Frau aus einer brennenden Dachgeschosswohnung in Völklingen rettete. Das Unglück ereignete sich neben Rödels Haus. Peter Ludes verletzte sich sogar bei seinem Hilfseinsatz. Im Januar 2017 hatten sich in Düppenweiler die Bewohner beim Brand eines Hauses auf das Dach einer angrenzenden Garage gerettet. Nachbar Ludes war als einer der Ersten vor Ort und stellte sofort eine Leiter an, so dass fünf der sechs Bewohner gerettet werden konnten. Zur Unterstützung war Ludes ebenfalls auf das Garagendach gestiegen. Als er und ein weiterer Hausbewohner sich auf dem Dach befanden, stürzte das Dach ein. Beide trugen Verletzungen davon, kamen aber in Sicherheit. Auch er erhielt die Rettungsmedaille.

Zudem gab es drei „öffentliche Belobigungen“: Francesco Bruno rettete einem Mann das Leben, als er ihn erfolgreich reanimierte. Die Polizisten Christopher Himbert und Alessia Rickert zeichneten sich aus, als sie in ein lichterloh brennendes Haus gingen, um die noch schlafenden Bewohner zu wecken. Auch hier wurden alle gerettet.