| 20:25 Uhr

Volleyball
VSG Saarlouis entthront Andernach

Nina Bergum (10) steigt für die VSG Saarlouis am Netz auf.
Nina Bergum (10) steigt für die VSG Saarlouis am Netz auf. FOTO: Ruppenthal
Schwalbach. Ein Sieg im Schnelldurchgang. Ordentlich gefeiert wurde anschließend auf dem Turboball. Von David Benedyczuk

„Hey, hey, hey – Punkt, Punkt, Punkt“, feuerten sie sich zwischen den Ballwechseln immer wieder an. Und es sollte helfen, denn meist gelang den Volleyballerinnen der VSG Saarlouis im Oberliga-Gipfeltreffen die Umsetzung der lautstarken Aufforderung an sich selbst. Die Gastgeber punkteten am Samstag jedenfalls viel häufiger als die SG Andernach und entthronten den Spitzenreiter in der Schwalbacher Jahnsporthalle glatt in drei Sätzen mit 25:21, 25:16, 25:15. Vor den vier verbleibenden Partien eroberte die VSG mit 30 Punkten ihrerseits die Spitze, liegt nun zwei Zähler vor Andernach, das zudem ein Spiel mehr bestritten hat, und fünf vor dem drittplatzierten FC Wierschem.



Trotz der tollen Ausgangslage wollte VSG-Trainer Gilbert Pohl hinterher nichts von einem vorentscheidenden Schritt zur Meisterschaft wissen: „Wir haben noch sehr schwere Spiele vor uns und eine ziemlich junge Mannschaft. Wir beschäftigen uns nicht mit dem Thema, höchstens mit dem nächsten Spiel beim TV Rohrbach“, trat der 60-Jährige auf die Bremse, nachdem sich die VSG eindrucksvoll für das 0:3 im Hinspiel in Andernach revanchiert hatte. „Dass es so glatt läuft, hätte ich nicht erwartet. Der Start war holprig, dann sind wir immer besser geworden, haben kompakt gestanden, gut aufgeschlagen und den Gegner unter Druck gesetzt“, lobte Ex-Zweitligaspielerin Stefanie Höwer. Die 1,90m-Hünin war einmal mehr Fixpunkt und Punktgarant beim neuen Spitzenreiter, der im ersten Satz eine kritische Phase durchmachte und nach 14:10-Führung plötzlich 16:17 zurücklag. Eine Pohl-Auszeit mit mahnenden Worten des Trainers brachte Besserung, ein kurioser Punktgewinn entschied den Satz dann doch zugunsten der Gastgeber. Nina Bergum kam dicht am Netz eigentlich nur unkontrolliert ans Spielgerät, der vermeintliche Verlegenheitsball der VSG-Akteurin fand aber irgendwie den Weg ins gegnerische Feld und schlug zum 21:20 auf. Danach erhöhte Höwer per Block und mit zwei knallharten Abschlüssen auf 24:21, den Rest erledigte ein Gästefehler.

„Satz eins war von uns unheimlich nervös geführt, am Ende haben wir aber nochmal die Kurve gekriegt. Ab Satz zwei bekamen wir die ersten Bälle dann besser kontrolliert und zielgenauer zum Zuspieler. Unser Spiel wurde immer druckvoller“, sah Pohl eine klare Steigerung. Am Sonntag ab 16 Uhr sollte man beim Ligavierten Rohrbach aber sofort hellwach sein. „Das ist ein sehr erfahrenes Team und ein unangenehmer Gegner“, warnte der Trainer. Für seine Spielerinnen war das noch weit weg, sie feierten am Abend erst mal auf einer Faschingsparty. „Das haben wir uns nach dieser Leistung verdient“, sagte Nadine Krämer zum geplanten Besuch auf dem Turboball – alleine anhand des Namens hätte es nach diesem Schnelldurchgang wohl keinen passenderen Ort zum Feiern geben können.