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Volleyball: Damen der VSG Saarlouis steigen in die 3. Liga auf

Kostenpflichtiger Inhalt: Volleyball : Überraschung: Saarlouis steigt in 3. Liga auf

Die VSG Saarlouis schmettert sich auf die große Volleyball-Bühne zurück. Der mit dem Saisonabbruch verbundene Drittliga-Aufstieg kam für die Pohl-Mädels etwas unerwartet.

Der ganze Planet spielt verrückt. Wegen Corona durchlebt auch die Welt des Sports gerade turbulente Zeiten. Nichts kommt so, wie es geplant war. Der überraschende Aufstieg der VSG Saarlouis in die 3. Volleyball-Bundesliga der Frauen passt somit gut in das diffuse Bild.

 Fakt ist: Soweit es die Lockerungen erlauben, schmettert neben dem TV Lebach und dem SSC Freisen bald ein dritter saarländischer Club in der hohen Spielklasse mit. Und dies hatte vor einem Jahr Trainer Gilbert Pohl nicht unbedingt erwartet. „Primäres Ziel war der Ligaverbleib. Ein Platz unter den Top schien möglich. Am Ende haben sich die Mädels deutlich mehr erkämpft und den Erfolg verdient“, resümiert der VSG-Trainer nach turbulenten Wochen.

Es war ein kurioses Meisterschaftsrennen: Als Corona dem Spielbetrieb Mitte März den Stecker zog, lag Saarlouis in der Tabelle nur auf Rang zwei, mit einem Punkt Rückstand auf Tabellenführer FC Wierschem. Doch schon am nächsten Spieltag hätte sich die Konstellation ändern können, denn Wierschem stand eine schwere Partie bevor. Daher war lange unklar, wie die abgebrochene Saison gewertet wird. Frust kam auf.

„Wir hätten noch zwei Spiele gehabt und somit Titelchancen. Wir wollten die tolle Runde unbedingt fertig spielen und waren erstmal traurig“, erzählt Nadine Krämer vom Wechselbad der Gefühle. „Wir hatten ja schnell gemerkt, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben. Im zweiten Regionalliga-Jahr haben wir auch schwere Spiele gewonnen und das Saisonziel später doch etwas korrigiert“, erzählt die Spielführerin schmunzelnd. Mit der Regelung des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) hellte sich die Stimmung dann auf. Das salomonische Urteil: „Teams, die beim Saisonabbruch rechnerisch noch aufsteigen konnten, erhalten ein Angebot für einen Drittliga-Platz.“

Damit war es offiziell und das Comeback des einstigen Flaggschiffs im saarländischen Frauenvolleyball auf der überregionalen Sportbühne möglich. Unter Pohl hatte die VSG drei Jahre in der 2. Bundesliga (zunächst als TV Hülzweiler) gespielt, zudem fünf Regionalliga-Titel, Saarland- und Südwestpokal-Siege gefeiert. Unvergessen ist der Auftritt des damaligen Zweitligisten 2006 im DVV-Achtelfinale gegen die Bundesliga-Profis vom Köpenicker SC (1:3). 700 Zuschauer jubelten ihrem Team in der Jahnsporthalle Schwalbach zu.

Nach der Auflösung des „Golden-Teams“ spielte die VSG mit stark verjüngtem Kader ab 2012 in der Oberliga, später gar in der Verbandsliga und startete danach wieder neu durch. Nach der Oberliga-Meisterschaft 2018 wagte das Team die Rückkehr in die Regionalliga – und bereute es nicht. „Wir wurden im ersten Jahr Fünfter. Jetzt standen die Mädels vor der Aufstiegs-Entscheidung – und sagten ja. Ein Déjà-vu. Ich freue mich für sie, aber diesmal wird es schwerer“, prophezeit Pohl.

Doch die Mannschaft brennt. „Als das Angebot des DVV kam, war der Großteil der Mannschaft direkt Feuer und Flamme“, schwärmt Allrounderin Katharina Heinz. Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte Stefanie Höwer. Wie in guten alten Zweitliga-Zeiten durchschlug die Hauptangreiferin nach ihrem überraschenden Comeback fast jeden Block und sammelte in den letzten Spielzeiten fleißig Punkte. „Ich hatte eigentlich schon aufgehört und nie gedacht, dass ich noch einmal höherklassig spiele. Wir nehmen die große Herausforderung an“, gibt sich die 35-Jährige kämpferisch. Ob das Abenteuer 3. Liga wie geplant am 12. September startet, weiß in diesen verrückten Corona-Zeiten niemand. „Vielleicht bleiben die Bälle 2020 auch in der Kiste“, sinniert Pohl.