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Städtebau
Vollendung des Ravelin V in Sicht

Mauer der Bastion VI: Nach vorne hin wurde sie 1889 abgetragen. Das soll sichtbar bleiben.
Mauer der Bastion VI: Nach vorne hin wurde sie 1889 abgetragen. Das soll sichtbar bleiben. FOTO: Joschua Schwinn
Saarlouis. Von Johannes Werres

Die Modellierung des Ravelin V, einer Ecke der Überschwemmungsfestung Saarlouis, geht ihrer Vollendung entgegen. Das Planungsbüro Dutt & Kist stellte in der jüngsten Ausschuss-Sitzung den fünften und letzten Bauabschnitt der Groß-Maßnahme vor, die einerseits die Funktion der Festung des 17. und 19. Jahrhunderts erlebbar macht und andererseits den Stadtgarten über den Saaraltarm bis zur City vorzieht. Im fünften Bauabschnitt wird nun die einzige erhaltene von sechs Bastionen, die Bastion VI, aufgewertet.


Die große Mauer, die vor der Bastion zu sehen ist („Escarpe“), zeigt an einer Seite die Mächtigkeit der Mauern aus dem 17. Jahrhundert. Zur Straße hin ist die Mauer aufgeschnitten: Ergebnis der Schleifung ab 1889. Die Mächtigkeit und den Prozess der Schleifung soll der letzte Gestaltungsakt erkannbar machen. Dazu werden 14 Bügel aus Cortenstahl auf den abgetragenen, also aufgeschnittenen Mauerteil montiert. Man sieht so die Originalhöhe, erkennt durch die Stahlteile hindurch dennoch die Schleifung und kann wie bisher auf die übrigen Teile des Ravelin schauen.

Außerdem soll die Aussichtsplattform oben an der so genannten preußischen Tonne (eine Art Kuppel) neu gestaltet werden. Der Zugang soll Besuchern erleichtert werden.



Der gesamte fünfte Bauabschnitt soll knapp 1,3 Millionen Euro kosten. 83,34 Prozent davon kommen aus Förderprogrammen des Bundes, Stadtumbau West, und der EU, EFRE. Bis 2020 soll alles fertig sein, wenn alle Förderanträge genehmigt werden. Dann, legte Stadtplaner Jürgen Baus dar, könne man über eine Saaraltarmfähre oder eine Ruderbootsanlegestelle nachdenken.