Völkerverständigung zwischen Weihnachtsmarkt und symbolträchtigen Ausflügen

Völkerverständigung zwischen Weihnachtsmarkt und symbolträchtigen Ausflügen

Der jährliche Delegationsbesuch gehört zu den wichtigsten Instrumenten der Städtepartnerschaft zwischen Saarlouis und Saint-Nazaire. Untergebracht sind die Gäste jedes Mal in privaten Gastfamilien.

"Wir wollen Europa und wir sind Europa", sagte Barthélemy Lemal, Bürgermeister von Heining-Lès-Bouzonville, Nachbargemeinde des Landkreises Saarlouis auf der französischen Seite der Grenze. Dorthin führte der Abschlusstag des Delegationsbesuches aus Saint-Nazaire in Saarlouis . Leidingen mit seiner deutsch-französischen Grenze, die mitten durch eine Straße verläuft, bot als symbolträchtiges Ausflugsziel den idealen Rahmen zur Reflektion der deutsch-französischen Beziehungen. In der französischen katholischen Kirche, selbst ein Produkt schwerer Zeiten in dem Grenzdorf, berichtete Gästeführer Gilbert Jaeck über die wechselvolle und emotionale Geschichte des Ortes, die stellvertretend auch als Lehrstück über die Saargeschichte und das oft schwierige Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich verstanden werden kann. Ein klares Bekenntnis zu Europa, wie Lemal es formulierte - nicht immer hätte es denselben großen Zuspruch wie an diesem Tag gefunden. Für die rund 100 Gäste und Gastfamilien des Tages indes war dies eine Selbstverständlichkeit. Noch heute zählen Urgesteine der Städtepartnerschaft in Saint-Nazaire und Saarlouis zur Nachkriegsgeneration , die den Wert der persönlichen Begegnung erkannt haben und diese Ebene der Völkerfreundschaft leben.

Einmal im Jahr tritt eine Delegation die rund 800 Kilometer weite Reise in die jeweilige Partnerstadt an, im jährlichen Wechsel sind Saarlouis und Saint-Nazaire das Ziel. Mit dazu gehören Vereinsvertreter, Privatpersonen und politische Akteure. Untergebracht werden die Delegationen stets privat in Gastfamilien. Zahlreiche Freundschaften sind so über die Jahre entstanden und haben bis heute Bestand. Darüber hinaus wurden Kontakte gepflegt, neue Kontakte geknüpft und gemeinsame Projekte geplant: beim offiziellen Programm mit Empfang im Rathaus, Ausflügen nach Trier, auf Weihnachtsmärkten der Region und in der freien Zeiten zwischendrin.

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