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Viele Wähler in Saarlouis erwarten knappe Ergebnisse

Viele Wähler in Saarlouis erwarten knappe Ergebnisse

Kein großer Nervenkitzel herrschte am Sonntag in Wahllokalen der Stadt Saarlouis, obwohl es um die Landtags- und die Oberbürgermeisterwahl ging.

"Der Gelbe hier rein, der Graue dort." Am Sonntag stand der stellvertretende Wahlleiter, Dietmar Esser, im Vereinshaus Fraulautern zwischen hüfthohen Wahlurnen und sorgte für den richtigen Einwurf. Die mit "OB" gekennzeichnete war für Stimmzettel zur Wahl des Stadtoberhauptes von Saarlouis, die mit "LT" für die Stimme zum saarländischen Landtag. Wo das Kreuzchen hin sollte, war für Gerd und Mathilde Hawner keine große Frage. "Wir wissen, was wir wählen müssen", meinten sie. Auch der so genannte Schulz-Hype war für sie nicht ausschlaggebend. "Ein gewisser Effekt ist schon da", stellte er fest.

Nicht ganz einfach fand Gerd Sommer die Entscheidung für einen der vier OB-Kandidaten. "Weil ich keinen von denen kenne. Er gehe von einer Stichwahl aus.

"Ich denke im Moment", sagte Marc Hoffmann vor dem Wahllokal der ehemaligen Binshofschule in Roden, "dass die Landtagswahl wichtiger ist, als die OB-Wahl".

Eine rege Beteiligung verzeichneten die Wahllokale schon kurz nach Mittag. In der früheren Binshofschule Roden berichtete Wahlvorsteher Horst Rupp von rund 400 abgegebenen Stimmen. Im Karl-Thiel-Haus in Roden wurden bis zum Mittag etwa 40 Prozent abgegebene Stimmen registriert, in der Hans-Welsch-Halle in Lisdorf waren es rund 550, etwa 60 Prozent. In der Wackenberghalle in Picard wurde von einer "tollen Wahlbeteiligung" gesprochen. Für die beiden Wahllokale in der Mehrzweckhalle Beaumarais sprach die stellvertretende Wahlleiterin Petra Molitor davon, dass von "740 Stimmberechtigten schon 420 abgegeben" hätten.

"Eine Stichwahl für die OB-Wahl", vermutete eine 25-Jährige in Beaumarais. "Wovor ich Angst habe, dass die AfD in den Landtag kommt." "Da wird es auch eng", schätzte ein älteres Ehepaar in Lisdorf zum Ergebnis der Landtagswahl. Auch wenn beiden die persönliche Entscheidung ziemlich schnell klar war, "wer OB wird, das ist schwer abzuschätzen".

Große Veränderungen erwartete Myriam Fritzen durch diese Wahlen nicht. Nach der Stimmabgabe in Vogelsang meinte sie: "Der Schulz-Hype hat für mich keine Rolle gespielt. Ich bin Lehrerin, da ist mir wichtiger, was bei der Bildung gemacht wird."

 Keinen großen Ansturm, aber beständig Wähler verzeichneten die Wahllokale in Saarlouis, wie hier in der Grundschule Steinrausch.
Keinen großen Ansturm, aber beständig Wähler verzeichneten die Wahllokale in Saarlouis, wie hier in der Grundschule Steinrausch.

"Ich setzte mich mal rein und gucke es mir an", sagte eine 25-Jährige, ebenfalls im Vogelsang. Ihre Unentschlossenheit begründete sie mit "zu vielen Wahlversprechen". "Sehr, sehr schwierig", meinte Ralf Klein. "Man kennt sie nicht, die OB-Kandidaten." Und die Parteien sollten auch mal mehr junge Leute aufstellen.