Viele Ideen für die Zukunft von Ensdorf

Viele Ideen für die Zukunft von Ensdorf

Ensdorf. Hartwin Faust (CDU) oder Udo Luxenburger (SPD)? Einer von beiden wird am 22. Januar zum neuen Ensdorfer Bürgermeister gewählt. Wer das Rennen macht, können die 5345 Wahlberechtigten, die in der Gemeinde wohnen, entscheiden. Gut 300 Bürgerinnen und Bürger waren am Dienstagabend zur Podiumsdiskussion mit den zwei Kandidaten ins Bergmannsheim nach Ensdorf gekommen

Ensdorf. Hartwin Faust (CDU) oder Udo Luxenburger (SPD)? Einer von beiden wird am 22. Januar zum neuen Ensdorfer Bürgermeister gewählt. Wer das Rennen macht, können die 5345 Wahlberechtigten, die in der Gemeinde wohnen, entscheiden. Gut 300 Bürgerinnen und Bürger waren am Dienstagabend zur Podiumsdiskussion mit den zwei Kandidaten ins Bergmannsheim nach Ensdorf gekommen. Moderiert wurde die Veranstaltung von SZ-Regionalleiter Mathias Winters und Uwe Jäger vom SR.Zwei Themen liegen Udo Luxenburger besonders am Herzen: die Folgen der demografischen Entwicklung abzufedern und die Kommunalpolitik in den Gemeinderatssitzungen für die Bürger transparent zu machen. "Wollen Sie die Ratssitzungen zu einem offenen Bürgerforum ausweiten?", fragte Moderator Mathias Winters. Luxenburgers kurze Antwort: "Ja." So wünscht sich der 45-jährige Sozialdemokrat, dass die Fragestunde vor den Ratssitzungen auf die ganze Sitzung ausgedehnt wird ("auch noch auf Punkt 17") und nicht wie bisher auf die halbe Stunde vor Sitzungsbeginn begrenzt bleibt. Für diese Idee gab es Applaus aus dem Saal.

Für Hartwin Faust steht das Thema Krippenplätze ganz oben auf seinem Wahlkampfprogramm. "Wir wollen junge Familien nicht im Regen stehen lassen", sagte der 55-jährige Christdemokrat. Beruf und Familie müssten vereinbar sein. Auch dafür gab es reichlich Beifall vom Publikum.

Lebhaft wurde die Diskussion beim Thema "Stabsstelle Älter werden", die Udo Luxenburger schaffen will, um Senioren in einem "Netzwerk" mehr Lebensqualität zu ermöglichen. Statt viel Geld für einen Ministeriums-Flyer auszugeben sollte im Rathaus ein Ansprechpartner für Senioren arbeiten, forderte Luxenburger. Hartwin Faust konterte: "Wir brauchen keine Stabsstelle Älter werden. Es gibt bereits gut funktionierende Seniorenvereine in Ensdorf und die Leitstelle Älter werden beim Kreis Saarlouis." Einig waren sich die Bürgermeisterkandidaten darüber, dass der Ortskern aufgewertet werden müsse. Stichwort: Verlegung des Bahnhofs beziehungsweise des Haltepunktes in die Ortsmitte. Aber wer hatte die Idee dazu? Luxenburgers Aussage, die SPD habe vor fünf Jahren den Vorschlag gemacht, wunderte allerdings Faust, der entgegnete: "Die Idee stammt schon aus den 90er-Jahren vom damaligen Bürgermeister Alfons Schorr."

Großes Diskussionsthema im voll besetzten Bergmannsheim war der starke Verkehr vor allem in der Provinzialstraße. Hartwin Faust stellte die Möglichkeit vor, einen Fahrradweg einzurichten und gleichzeitig den Mittelstreifen zu entfernen. "Wie soll das gehen?", wollte Elfriede Fritzen aus dem Publikum wissen. Dieses Modell sei in Dillingen ziemlich gefährlich. Faust: "Als Autofahrer fährt man vorsichtiger ohne Mittelstreifen."

Ausführliche Diskussionen gab es um das Thema Finanzen. Da hat Ensdorf kaum Spielraum. Die Kassen sind leer. Wer etwas Neues schaffen will, muss an einer anderen Stelle sparen. Eine Sparmöglichkeit sieht Hartwin Faust in der interkommunalen Zusammenarbeit. Als Beispiel nannte er einen gemeinsamen Bauhof. Das sah Udo Luxenburger ähnlich.

Luxenburgers Sparpläne zielen auf Abriss statt Sanierung. "Abriss spart oft Folgekosten", sagte er und nannte als Beispiel das Schwimmbadgebäude, das "verrottet" sei. So kann er sich vorstellen, eine kleinere Version mit verschiedenen Räumen neu zu bauen.

Das wollte Thomas Leinenbach aus Griesborn, der gerne ins Ensdorfer Freibad geht, genauer wissen: Was kostet der Abriss, wie soll das neue Gebäude aussehen, was kostet die kleinere Version?

Luxenburger konfrontierte das Publikum mit der Frage: Brauchen wir zwei Sportplätze oder lieber einen, der in Ordnung ist? "Die Laufbahn ist funktionsfähig, die Tribünen sind in einem schlechten Zustand", entgegnete der Vorsitzende des Turnvereins, Günter Kleeman. "Wollen Sie die Leute in Nachbarkommunen schicken, um Sport zu treiben?", fragte Markus Hartz.

Thomas Leinenbach: Was kostet der Abriss des Schwimmbadgebäudes?
TV-Vorsitzender Günter Kleeman: Die Tribünen sind in einem schlechten Zustand.
Hans Peter Schroer: Müssen die Anwohner für den Straßenausbau zahlen?

Ob auf die Anwohner Kosten für den Straßenausbau zukommen, wollte Hans-Peter Schroer von den Bürgermeisterkandidaten wissen. "Wenn die Straße neu ausgebaut wird, ja", sagte Hartwin Faust. Und Luxenburger: "Schweren Herzens muss ich mich meinem Vorredner anschließen."