| 20:19 Uhr

Tischtennis
Verlieren für die Weiterentwicklung

Das Regionalliga-Team des TTSV Fraulautern (von links): Lisa Gu, Liya Gu, Fabienne Forse, Judith Philippi, Tina Fehr und Angela Koch.
Das Regionalliga-Team des TTSV Fraulautern (von links): Lisa Gu, Liya Gu, Fabienne Forse, Judith Philippi, Tina Fehr und Angela Koch. FOTO: Erich Philippi
Fraulautern. Die Frauen des TTSV Fraulautern tun sich in der Tischtennis-Regionalliga schwer. Das war aber vor dem Aufstieg einkalkuliert. Von David Benedyczuk

Es ist keine fünf Jahre her, da spielten die Damen des TTSV Saarlouis-Fraulautern noch in der Tischtennis-Bundesliga. Nach dem Rückzug wegen fehlender Attraktivität und Geldmangels ging es für den Verein stetig bergab, hinunter bis in die inzwischen nur noch fünftklassige Oberliga. Vor dieser Saison ergab sich aber unverhofft die Chance, wieder einen Sprung nach oben einzustreuen. Als Oberliga-Dritter stand der TTSV plötzlich vor der Frage, ob er als Nachrücker in die Regionalliga aufsteigen möchte.



„Wir haben intern lange diskutiert, ob wir den Schritt wagen sollen“, verrät Tina Fehr, die Kapitänin des sechsköpfigen Teams, das bei der Frage erst geteilter Meinung war. Die drei „Alten“ tendierten zum Oberliga-Verbleib. Die junge Garde um die Zwillinge Lisa und Liya Gu (21) und die 17-jährige Angela Koch wollte die Herausforderung dagegen angehen – und wurden letztlich erhört. „Wir haben uns im Sinne der Jugendförderung für die Regionalliga entschieden. Unsere jungen Spielerinnen können sich so auf höherem Niveau beweisen, was für die Weiterentwicklung förderlich ist“, erläutert Fehr. Die 31-Jährige gibt aber auch zu: „Ich hätte lieber Oberliga gespielt – es ist schließlich schöner, wenn man öfter mal gewinnt.“

Tatsächlich gab es für Fraulautern in Liga vier bislang wenig zu ernten. Vor Wochenfrist kassierte der TTSV die Saisonniederlagen fünf und sechs, darunter ein 1:8 gegen den Drittletzten SSV Schönmünzbach. Vor den letzten zwei Partien des Jahres ist der Aufsteiger Vorletzter der Zehner-Staffel, nur gegen das punktlose Schlusslicht TTV Gärtringen gelang ein 8:6. Dennoch sieht Fehr den Schritt nicht als falsch an: „Wir wussten von vornherein, dass es hart wird, lassen uns deswegen aber nicht unterkriegen“, sagt die mit drei Einzelsiegen in acht Partien zweiterfolgreichste TTSV-Akteurin hinter Angela Koch (vier Siege/neun Niederlagen): „Wir haben sowieso mit dem Schlimmsten gerechnet, aber viele Spiele waren doch sehr eng. Das macht uns Hoffnung, teilweise fehlt einfach noch die Erfahrung auf diesem Niveau. Wir hoffen, dass es in der Rückrunde noch etwas besser läuft.“

Und vielleicht ja sogar noch in diesem Jahr. Am Samstag um 14 Uhr eröffnet der TTSV gegen den sechstplatzierten TTC Mülheim-Urmitz (8:6 Punkte) den Doppelspieltag in der heimischen Klosterturnhalle. „Wenn es optimal für uns läuft, ist da vielleicht ein Unentschieden drin“, sagt Fehr. Tags darauf wird es dagegen nichts zu ernten geben, wenn ab 11 Uhr der unbesiegte Spitzenreiter TSV Betzingen (13:1) in Fraulautern aufschlägt. „Das wird schnell vorbei sein“, fürchtet Fehr. Bei nur zwei Punkten auf den Relegationsplatz bleibt aber zumindest die Hoffnung, dass das auf das Kapitel Regionalliga dann nicht zutrifft.