Verein für Heimatkunde Lisdorf legt "Lisdorfer Heimatblatt" vor

Einblicke in die Ortsgeschichte : Neues Lisdorfer Heimatblatt

Verein für Heimatkunde Lisdorf legt die nächste Ausgabe vor.

Das Buch der Gymnasiallehrerin Verena Brunschweiger „Kinderfrei statt Kinderlos“ hat in der deutschen Presselandschaft ein außergewöhnliches, sehr kontrovers geführtes Interesse entfacht. Geradezu diametral zu diesen Thesen ist das neue Titelbild des „Lisdorfer Heimatblattes“, das jetzt erschienen ist. Es zeigt zwölf von insgesamt 14 Kindern der Eheleute Andreas Groß und Anna geborene Both anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Agnes mit Josef Berdin im Jahre 1935.

Der von Heiner Groß geleitete Verein für Heimatkunde Lisdorf hat sich seit seinem Bestehen in besonderem Maße der Familienkunde gewidmet. Im neuen Heft werden zahlreiche alte Hochzeitsbilder veröffentlicht.

Bei der Darstellung des historischen Werdegangs der Raiffeisenbank und ihres Warengeschäftes in Lisdorf wird die Schließung der Bankfiliale der VVB, der SB-Station und des Raiffeisenwarengeschäftes besonders bedauert.

Eine sehr interessante Sicht auf die frühere Schifffahrt auf der Saar gibt Dr. Franz J. Klein. Aus seiner Familie war es der Lisdorfer Bauer Johann Rullang (1856-1942), der einige Jahre lang in den Wintermonaten auf dem Lisdorfer Frachtschiff „St. Barbara“ arbeitete. Gezogen wurde das Treidelschiff vom Leinpfad am Flussufer durch ein Kaltblüter-Pferdegespann. Diese Fortbewegungsart nannte man Treideln.

Zum „Tag der Muttersprache“ weist der Verein für Heimatkunde darauf hin, dass auch in Lisdorf seit mehr als 20 Jahren die Mundart auf unterschiedliche Art und Weise gepflegt wird. Aus der Lisdorfer Mundart ist Marianne Faust mit ihrem Beitrag „Dè Lééischdrowwa Freijerei“ vertreten.

Aus der Pfarreiengemeinschaft „Saarlouis links der Saar“ wurden ebenso bemerkenswerte wie nachdenklich stimmende Zahlen vorgelegt. Mit der „Armutsauswanderung im 19. Jahrhundert und saarländischen Spuren in Südbrasilien heute“ befasst sich Thomas Schmitt, Deutscher Generalkonsul in Porto Alegre. Neben weiteren interessanten Beiträgen ist die Veröffentlichung der „Carte des bois scitués sur les bans d’Enstroff, Listroff et Loutre“ ein besonderer historischer Beitrag.

Das Lisdorfer Heimatblatt kostet drei Euro. Es ist erhältlich in den Saarlouiser Buchhandlungen, im Rathaus-Info, bei den Banken und Sparkassen, in Lisdorfer Geschäften.

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