Vater beklagt Missstände in der Kita Metzer Wiesen Saarlouis

Kostenpflichtiger Inhalt: Elternbeschwerde : Es stinkt im Klo - Vater beklagt Missstände in Kita Metzer Wiesen Saarlouis

Nicht nur Geruchsbelästigung stinkt dem Vater. Oliver Muth meint, dass die Stadt Saarlouis Missständen in der Kita nicht angemessen nachgeht.

„Es stinkt regelrecht“, erklärt Oliver Muth, stellvertretender Elternvertreter der Kita Metzer Wiesen in Saarlouis. Er beschwert sich seit längerer Zeit über mehrere Missstände dort, vor allem über „massive Geruchsbelästigung“ und die hygienische Situation. „Mehr als 100 Kinder benutzen dort die Toiletten, da muss man eben öfter sauber machen“, findet Muth.

In der Sache haben er und eine weitere Elternvertreterin bereits seit Anfang 2018 mehrfach Kontakt zur Kita-Leitung und zum Amtsleiter gesucht, verbessert habe sich jedoch nichts; auch die Kreiselternvertreter hat er angeschrieben, ohne Reaktion.

Verständnis hat Muth für den Zustand der Toilettenräume wenig, „aus anderen Einrichtungen kenne ich das nicht“, meint er. „Zur Bekämpfung der Geruchsbelästigung der sanitären Anlagen wird auch verstärkt Raumspray benutzt. Ich benutze sowas zu Hause nicht, ich putze“, merkt er noch an.

„Das i-Tüpfelchen“ sei für ihn gewesen, dass im Sommer auch noch Legionellen im Trinkwasser gefunden wurden; nach einem Tag sei der Aushang jedoch wieder verschwunden gewesen.

Auch die sonstige Ausstattung der Kita lasse zu wünschen übrig, zählt der Vater auf: Zerschlissene Möbel, kein Schlafsaal für die Kinder, Sanitäranlagen aus den Siebziger Jahren, das Sonnendach im Außenbereich sei im Sommer abgebaut worden. Dass angeblich kein Geld da sei, kann er nicht nachvollziehen: „Das Wohl der Kinder sollte doch wohl an oberster Stelle stehen.“ Des Weiteren sei den Eltern von der Stadt schon im Frühjahr 2018 ein Konzept für den Umbau der Kita vorgestellt worden, viele hätten auf Besserung gehofft – auch hier sei nichts passiert (siehe Text unten).

Die Stadt verwehrt sich zunächst gegen den Vorwurf, Eltern hätten sich mehrfach beschwert und es sei nicht reagiert worden: Seit Januar sei keine weitere Beschwerde bei Kita- und Amtsleitung eingegangen. „Anliegen aus der Elternschaft werden selbstverständlich ernst genommen“, teilt ein Sprecher auf SZ-Anfrage mit.

„Im Januar war tatsächlich eine Geruchsbelästigung im Waschraum wahrnehmbar“, bestätigt die Verwaltung. „Es stellte sich heraus, dass ein Kanalbruch vorlag.“ Nach Instandsetzung seien die schlechten Gerüche beseitigt gewesen. Auch im Sommer habe es „in den Phasen extremer Hitze“ in den Toiletten gerochen, räumt die Stadt ein. „Bei den außergewöhnlichen Außentemperaturen, wie wir sie im Sommer hatten, ist es nicht ungewöhnlich, dass solche betriebsbedingten Gerüche auftreten können“, heißt es. Von wem und wie oft gereinigt werde, teilte die Stadt jedoch nicht mit.

Auch den Legionellenbefall bestätigt die Verwaltung. Er wurde bei einer routinemäßigen Beprobung Ende Juni festgestellt. „Eine solche Verunreinigung kann innerhalb eines Tages durch Stillstand in einer Leitung entstehen, die extrem heißen Temperaturen begünstigen dies zusätzlich“, ergänzt der Stadtsprecher. Ein spezielles Filtersystem sei eingesetzt worden, sodass keine vollständige Stilllegung erforderlich sei. Dennoch wurden die Kinder nur noch mit Sprudel und Wasser aus Flaschen versorgt. „Das Wassersystem wurde anschließend desinfiziert, die Nachprobe bestätigte, dass die Desinfektion erfolgreich war“, erklärt der Stadt-Sprecher. Die Eltern seien unmittelbar informiert worden, das Angebot, sich außerdem an die Kita- oder Amtsleitung zu wenden, sei nicht genutzt worden.

Das in die Jahre gekommene Holzdach über dem Sandkasten konnte nicht weiter genutzt werden, teilt die Stadt zu den übrigen Beschwerden mit. Bis zum Abbau war zeitweise auch der Sandkasten gesperrt. Als Ersatz sind Sonnensegel vorgesehen, die jedoch erst im Frühjahr aufgebaut werden können. Ansonsten sei das Fachamt „kontinuierlich dabei, in die Jahre gekommenes Mobiliar schrittweise zu modernisieren“.

„Besonders herausheben möchten wir, dass sich die Kita Metzer Wiesen trotz ihres Alters und damit einhergehender sicherlich wünschenswerter Oberflächenerneuerungen derzeit nicht in einem Zustand befindet, aufgrund dessen der Betrieb in Frage gestellt werden müsste“, betont die Stadt abschließend. Auf bauliche Mängel werde immer umgehend reagiert.

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