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Tischtennis
Vallbracht hat es erneut vollbracht

 Aaron Vallbracht vom Tischtennis-Regionalligisten TTC Kerpen Illingen musste lange zittern, bis sein erneuter Sieg beim Dreikönigsturnier feststand. Gemeinsam mit seinem Final-Gegner siegte er zudem im Doppel.
 Aaron Vallbracht vom Tischtennis-Regionalligisten TTC Kerpen Illingen musste lange zittern, bis sein erneuter Sieg beim Dreikönigsturnier feststand. Gemeinsam mit seinem Final-Gegner siegte er zudem im Doppel. FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. Aaron Vallbracht hat seinen Titel beim Tischtennis-Dreikönigsturnier in Saarlouis verteidigt. Die Veranstalter registrierten rund 600 Meldungen. Von David Benedyczuk

Am Ende eines langen Tischtennis-Wochenendes in der Saarlouiser Stadtgartenhalle wartet der Höhepunkt: Im Herren-Finale des 40. Dreikönigsturniers der DJK Saarlouis-Roden treffen am Sonntagabend zwei Spieler aufeinander, die sich alleine schon durch das gemeinsame Training beim TTC Illingen bestens kennen. Hier Titelverteidiger Aaron Vallbracht, die Nummer eins des Tischtennis-Regionalligisten und amtierender Saarlandmeister in Einzel und Doppel. Dort Fabian Freytag, vor der Saison vom Ligarivalen TTC Wehrden nach Illingen gewechselt und dort als Nummer vier geführt.



Die Rollen schienen im Jubiläums-Endspiel klar verteilt, doch zur Verwunderung der Zuschauer war es der 26-jährige Freytag, der im ersten Satz den Ton angab und den Durchgang mit 11:9 für sich entschied. Bahnte sich da etwa eine Überraschung an? Nein! Denn Vallbracht legte danach deutlich zu, ließ dem Vereinskollegen keine Chance mehr – und krönte sich nach dem Premieren-Erfolg im Vorjahr souverän mit 11:3, 11:4 und 11:4 erneut zum König des Dreikönigsturniers.

„Wir kennen uns irgendwo in- und auswendig. Jeder weiß um Stärken und Schwächen des anderen. Ich konnte seine Schwachstellen besser aufdecken, habe ab dem zweiten Satz sehr konsequent gespielt“, freute sich Vallbracht über seine Steigerung. Zuvor war der 22-Jährige im Halbfinale deutlich mehr gefordert worden. Gegen Lukas Kurfer lag der Illinger mit 11:7, 11:13, 11:9 und einer 9:5-Führung in Durchgang vier eigentlich klar auf Finalkurs, ehe dem Gegner aus Wehrden ein klasse Comeback glückte: Kurfer wehrte zwei Matchbälle ab, holte sich Satz vier mit 12:10 – und erwischte auch im letzten Durchgang den besseren Start: 7:4 lag der Ex-Illinger gegen den Titelverteidiger schon vorne, als Vallbracht sich seinerseits stark zurückmeldete. „Das Momentum lag klar beim Gegner. Wenn du im vierten Satz zwei Matchbälle abwehrst, gehst du auch gestärkt in den Fünften“, blickte Vallbracht auf seine knifflige Situation – die er jedoch bravourös meisterte: „Das Spiel war sehr schwer, und es hätte auch schief gehen können. Aber der Kopf war im richtigen Moment da“, verriet er, nachdem er mit 11:9 doch erneut das Finale erreicht hatte.

Dorthin wäre auch Stanislav Horshkov gerne vorgerückt, doch für den achtmaligen Turnier-Rekordsieger war gegen Freytag im Halbfinale Feierabend. Satz eins gewann der 41-jährige Ukrainer noch 11:8, dann aber musste er mit 8:11, 8:11 und 7:11 die Segel streichen. „Ich werde leider nicht jünger. Das Turnier finde ich nach wie vor super. Es war stets eine tolle Vorbereitung auf die weitere Saison, und als Trainer bei der DJK habe ich für den Verein gerne nochmal mitgemacht – es ist aber so, dass mein Trainingsaufwand für die motivierten Jüngeren nicht mehr reicht“, gab Horshkov zu. Es sei eher unwahrscheinlich, dass er 2019 wieder bei dem Großturnier mitmischen werde. Das lief wieder über drei Tage mit diesmal 603 Meldungen in 23 Konkurrenzen. Den Status Rekordchampion wird Horshkov vorerst aber behalten: „Da fehlt doch noch ein gutes Stück“, entgegnete Vallbracht laut lachend auf die Frage, ob er sich diese Marke zutraue.

Grund zu Freude hatte er umso mehr, denn vor dem Einzel triumphierte der Illinger auch im Doppel – gemeinsam mit Finalgegner Freytag. Beide schlugen in vier Sätzen das favorisierte Luxemburger Duo Michael Schwarz/Mirko Habel. Bei den Damen wiederholte Karina Gefele vom TTV Niederlinxweiler ihren Vorjahressieg. Die 14-Jährige bezwang die erfahrene Tina Fehr von Regionalligist TTSV Fraulautern nach 1:2-Satzrückstand mit zwei Mal 11:9. Sehr erfolgreich verlief das Turnier auch für Til Sander vom TTC Berus, der nicht nur die U13-Konkurrenz gewann, sondern auch in der U15 und im Doppel mit U15-Siegerin Mia Federkeil (SV Remmesweiler) triumphierte.