US-Ente paddelt wieder auf der Saar

US-Ente paddelt wieder auf der Saar

Rehlingen/Merzig. Vogelfachmann Rolf Klein, 27, gerät schnell mal ins Schwärmen, aber bei dieser unscheinbaren Ente auf der Saar überschlägt sich seine Stimme. Sie ist tatsächlich wieder da, erzählt er. "Sie" ist eine Ringschnabelente mit einem besonderen Schicksal. Eine Saar-Ente mit Migrationshintergrund, und das will bei den weit reisenden Vögeln etwas heißen

Rehlingen/Merzig. Vogelfachmann Rolf Klein, 27, gerät schnell mal ins Schwärmen, aber bei dieser unscheinbaren Ente auf der Saar überschlägt sich seine Stimme. Sie ist tatsächlich wieder da, erzählt er. "Sie" ist eine Ringschnabelente mit einem besonderen Schicksal. Eine Saar-Ente mit Migrationshintergrund, und das will bei den weit reisenden Vögeln etwas heißen.2008 sichtete Klein das Tier erstmals, wie es zwischen Rehlingen und Saarfels auf der Saar paddelte. Eine Art Ring auf dem Schnabel, wie sie nur bei dieser Art vorkommt, ließ Klein das Tier schnell identifizieren: "Ringschnabelenten kommen bei uns nicht vor. Wenn doch, dann sind sie meist auf der amerikanischen Seite des Atlantik verdriftet worden." Verdriftet heißt, von starken Luftströmungen verschleppt. Um überleben zu können, schließen sie sich den verwandten Reiherenten an, so wie auf der Saar. 2008 hatte Klein spekuliert: Wenn die heimischen Reiherenten sie auf der Saar aufnehmen, dann sehen wir sie nächstes Jahr zum Überwintern wieder. Denn sie sind standorttreu."

Tatsächlich kehrten die Reiherenten regelmäßig wieder, vermutlich aus Nordosteuropa, und tatsächlich hatten sie ihre amerikanische Verwandte im Schlepptau.

Und jetzt, im Winter 2011/2012 sind sie wieder da. Rolf Klein, ehrenamtlicher Leiter der Vogelstation in Saarlouis-Lisdorf, hat sie auf der Suche nach Nahrung fotografiert. Die Enten fressen Saar-Muscheln.

Die Ringschnabelente (zweite von rechts) fühlt sich unter den Reiher-enten auf der Saar offenbar wohl. Foto: Rolf Klein.

Er ist für Klein sicher, dass es dieselbe Ringschnabelente ist. Denn wie vergangenes Jahr, erzählt er, sei sie auch dieses Jahr die einzige, die Vogelbeobachter in ganz Deutschland gemeldet haben.