1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Saarlouis

"Unsere Heimat" aus Saarlouis zeigt heimatkundliche Geschichte

Heimatkunde Saarlouis : Als die Saar mal durch die Altstadt floss

Das neue Heft „Unsere Heimat“ im Landkreis Saarlouis ist erschienen: Vom Dreißigjährigen Krieg bis ins 20. Jahrhundert.

Die Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis hat das neue Heft „Unsere Heimat“ 1/2019 vorgelegt. Mitteilungsblatt für Kultur und Landschaft ist der Untertitel.

Das Titelbild zeigt die Ehrentafel der Pfarrei Saarwellingen mit Fotos der Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg. Wilhelm Kessler (Saarwellingen) veröffentlicht Auszüge aus seinem im Gemeindearchiv Saarwellingen erschienenen Buch.

Weiter in die Vergangenheit zurückgeht Hans Peter Klauck (Saarwellingen). Nach einem Bericht aus dem Jahre 1890 gab es in Saarwellingen vier Mühlen: die „oberste“ Mühle am Schwarzenholzer Weg, die „unterste“ Mühle jenseits der Brücke unter der Vorstadt, die Sägemühle nach Roden und die Ölmühle an der Straße nach Lebach. Der Beitrag informiert mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen.

Klaus Meyer hatte sich mit einer früheren Saarwellinger Einwohnerliste befasst. In einer Urkunde vom 28. Oktober 1662 sind die ersten Saarwellinger Haushaltsvorstände erfasst, die nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder im Dorf wohnten. Mehrere der damaligen Familiennamen finden sich auch heute noch in der Saargegend. Viele Berufsbezeichnungen zeigen, wie verhältnismäßig rasch wieder Leben in die zerstörten Dörfer einzog: Gerichtsschöffe, Gastwirt, Hofbauer, Förster und Amtsbote, Weber, Schmiedemeister, Wagenbauer und Viehzüchter, Müller, Küfer und Schuhmacher, Töpfer, Bierbrauer, Schulmeister und evangelischer Pfarrer.

Hans-Gerd Dauster (Siersburg) hat wieder in den Geburts-, Heirats- und Sterberegistern der Archive der 20 Arrondissements von Paris geforscht. Dabei tauchen immer wieder Namen aus den Landkreisen Saarlouis, Merzig-Wadern und aus dem benachbarten Lothringen auf.

Klaus Mayer stellte in seinen Untersuchungen fest, dass die Eisenbarth-Familien in fünf Generationen an der Saar vertreten sind. Wer kennt nicht das Lied vom „Doktor Eisenbarth“, das auf den Chirurgen Johann Andreas Eisenbarth zurückgeführt wird. Der Name kommt vom Beruf des Eisenschmieds und bedeutet der „Eisenharte“.

Werner Niko Resch erinnerte an das Hochwasser 1947 in Saarlouis. Er war damals Filmvorführer im ehemaligen Perkeo-Theater. Ein Foto zeigt ihn vor der Kaserne 6 in der Nähe des Gasthauses „Kerner“, das seit Februar 1973 „Zum Humpen“ heißt, mit einem Paddelboot.

Alfred Pacem hat sich schon sehr früh mit der Historie seines Heimatdorfes Niedaltdorf befasst. Von ihm stammen auch viele Gedichte und Erzählungen in moselfränkischer Mundart. Im neuen Heft ist er mit dem Gedicht „Der letscht Wolf am Hierenbaersch“ vertreten.

Franz Josef Schäfer (Bensheim) bespricht ausführlich das von Hermann Gätje und Sikander Singh herausgegebene Werk „Vor Verdun verlor ich Gott“. Passend hierzu ist aus der Sammlung Christoph Dutt ein Foto der Saarlouiser Orgelbauanstalt Hock veröffentlicht, das mehrere Kirchenglocken vor dem Einschmelzen für Geschützrohre im Ersten Weltkrieg zeigt.

Hochwasser an der Saar war in den vergangenen Jahrhunderten keine Seltenheit. Das Foto zeigt ein Paddelboot auf Höhe des heutigen „Humpen“ im Jahr 1947 in Saarlouis. Die Kanuten der Undine versorgten die Bewohner nach der verheerenden Überflutung mit ihren Booten mit Lebensmitteln. Foto: Erhard Grein
Kirchenglocken wurden im Ersten Weltkrieg für Geschützrohre eingeschmolzen. Das Foto zeigt die Sammelstelle an der Orgelbauanstalt Hock in der Saarlouiser Silberherzstraße. Foto: Erhard Grein

„Unsere Heimat“ ist zum Preis von vier Euro in den Buchhandlungen Pieper Saarlouis, Bock & Seip (Saarlouis und Merzig) und bei der Vereinigung für Heimatkunde im Landkreis Saarlouis (Landratsamt) erhältlich.