| 20:18 Uhr

Valentinstag
„Ist man verheiratet, gehört sich das so“

 Die Rose haben die beiden Allfarbloris zum Valentinstag bekommen – und die Menschen im Saarland? Was schenken sie?
Die Rose haben die beiden Allfarbloris zum Valentinstag bekommen – und die Menschen im Saarland? Was schenken sie? FOTO: dpa / Aaron Chown
Saarlouis. Der Valentinstag – Tag der Liebe oder bloßer Kommerz? Schenken sich die Saarländer etwas? Die SZ hat sich in Saarlouis umgehört.

Ein romantisches Abendessen, ein Strauß Blumen oder eine Schachtel zart schmelzende Schokolade: Als Zeichen ihrer Liebe machen sich Verliebte auf der ganzen Welt am Valentinstag Geschenke. Der Brauch geht auf den Bischof Valentin zurück, der christliche Paare verheiratet haben soll, obwohl der Kaiser ihm das verboten hatte. Daraufhin wurde er als Märtyrer hingerichtet: am 14. Februar 269. Seit dem Mittelalter wird der als „Tag der Liebenden“ gefeiert. Mit den Geschenken ging es aber erst in der Nachkriegszeit los, als US-Soldaten den Brauch bei uns etablierten. Ob sich die Saarländer an dem Tag etwas schenken? Die SZ hat in der Saarlouiser Fußgängerzone nachgehört.


Fragt man Chiara Zahler und Daniela Rassier, ob sie den 14. Februar feiern, lachen die beiden los. „Wir waren gerade etwas für Valentinstag kaufen“, sagt Zahler. Für die beiden Freundinnen aus Merzig und Schmelz ist der Valentinstag seit Jahren Tradition. Eine kleine Aufmerksamkeit für ihre Partner ist da Pflicht. „Weil dann eben Valentinstag ist“, findet Rassier. „Und weil wir hoffen, dann auch etwas zu bekommen“, fügt sie lachend hinzu. „Mein Freund schenkt mir allerdings nichts“, weiß Zahler schon sicher, „für ihn ist das nur Kommerz“. Daher freut sie sich umso mehr, wenn er ihr hin und wieder so zwischendurch ein Geschenk macht. Sie jedoch geht bewusst mit dem Trend, wie sie sagt, und überrascht ihren Lieben mit einer Aufmerksamkeit.

  Auf Shopping-Tour: Chiara Zahler (links) und Daniela Rassier 
Auf Shopping-Tour: Chiara Zahler (links) und Daniela Rassier  FOTO: Tina Leistenschneider


Ähnlich sieht das Gudrun Trenz aus Wallerfangen. „Es ist doch schön, wenn man sich am Tag der Liebenden etwas schenkt“, sagt sie. „Das gehört sich so, wenn man verheiratet ist.“ Von der Werbung in den Schaufenstern der Geschäfte lässt sie sich aber nicht verleiten. „Ich kaufe das, was ich will.“

  Heike (links) und ihre Tochter Helen Trenz sagen gerne Danke.
Heike (links) und ihre Tochter Helen Trenz sagen gerne Danke. FOTO: Tina Leistenschneider

Lena Neumeier und Dominik Biehl aus Saarlouis bedeutet der Tag dagegen nichts. „Wir können uns auch so etwas schenken“, sagt Biehl und wirft einen schüchternen Blick zu seiner Freundin. Macht er das denn auch? „Ja, ab und zu“, verrät Neumeier, die den Tag nur als Kommerz-Veranstaltung der Industrie ansieht. Der Werbung im Schaufenster schenken sie keine Beachtung. „Es ist jedes Jahr das Gleiche“, meint er.

 Gehen mit ihren Männern zum Valentinstag lieber schön essen: Mona Manueli (links) und ihre Tante Sabina.
Gehen mit ihren Männern zum Valentinstag lieber schön essen: Mona Manueli (links) und ihre Tante Sabina. FOTO: Tina Leistenschneider

Eine Tradition ist der Tag hingegen für Sabina und Mona Manueli aus Fraulautern und Schwalbach. „Ich gehe mit meinem Mann immer lecker essen“, sagt Mona Manueli, ihre Tante verfährt genauso. Und wenn sie mal nicht in ein Restaurant gehen? „Dann schenke ich meinem Mann etwas Kleines“, erzählt Sabina.

Für Helen Trenz aus Beckingen ist der 14. Februar ein wichtiger Tag, um sich zu besinnen und den Partner nicht für selbstverständlich zu nehmen. „Ich finde es schön, meinem Partner einmal im Jahr bewusst zu danken und ihm etwas zu schenken“, sagt sie. Besonders im Alltag und wenn man zusammen lebt, komme die bewusste Zeit zu zweit etwas zu kurz. „Es dient als eine Erinnerung an die Partnerschaft, gerade, wenn man schon länger zusammen ist“, ergänzt ihre Mutter Heike aus Saarlouis. Sie macht sich gerne Gedanken darüber, wie sie ihrem Mann eine Freude machen kann. Ein Stück weit Kommerz sei der Tag allerdings schon, findet Helen. „Aber es kommt darauf an, was man macht. Es muss ja nichts Materielles sein. Wir können uns auch Zeit schenken, miteinander kochen“, sagt sie. Ein Geschenk für ihren Partner hat sie schon. Ihre Mutter dagegen noch nicht. „Ich sehe meinen Mann an dem Tag wahrscheinlich gar nicht“, erzählt sie und verspricht: „Aber wir holen das nach und gehen zusammen essen.“

Mit diesen Tweets reagieren die Twitter-User auf Valentinstag FOTO: dpa / Sven Hoppe
(leis)