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Umfrage in Saarlouis zum Thema Lebensmittelverschwendung

Umfrage : Bewusst einkaufen und verbrauchen

Viele Menschen handeln mittlerweile bewusst gegen die Verschwendung von Lebensmitteln.

Dem Problem der Lebensmittelverschwendung war die Saarbrücker Zeitung bereits kürzlich in den Fast-Food-Betrieben der Kreisstadt nachgegangen. Nun wollten wir bei einer Umfrage wissen: Wie halten es die Menschen im Kreis Saarlouis damit? Wenn das Ergebnis der SZ-Umfrage das tatsächliche Verhalten der Bevölkerung in Deutschland widerspiegeln würde, müssten deutlich weniger Lebensmittel im Müll landen. Alle Befragten sehen darin ein gravierendes Problem, das sie durch ihr Verhalten verringern wollen.

„Wir Kunden sind selbst schuld“, sagt etwa Blerim Avdylaj aus Dillingen. Er versteht nicht, dass viele Menschen keine Bananen mit braunen Flecken kaufen. Das sei doch ein Naturprodukt. Und beim Haltbarkeitsdatum sollte man auch nicht zu streng sein, meint der junge Mann. Man sollte schon auf Schimmel achten, aber einen Joghurt könne man „nach zwei, drei Wochen noch locker essen“. Beim Einkauf für seine sechsköpfige Familie achtet er zudem drauf, dass keine zu großen Mengen im Einkaufskorb landen.

„Ich kaufe nur, was ich wirklich brauche“, sagt auch Irene Riga aus Hemmersdorf. Sie achte bei Lebensmitteln sehr bewusst auf die ökologischen Aspekte. „Sehr kritisch“ sieht es auch Thomas Walter aus Rehlingen. Er versucht, Lebensmittelabfall zu vermeiden und bringt den Kindern bei: „Erst aufbrauchen, was da ist, dann was Neues kaufen.“ Er kauft daher kleinere Mengen am liebsten in kleineren Märkten ein. Zudem esse er Sachen, deren Haltbarkeit ein, zwei Wochen abgelaufen sei.

Am liebsten in Hofläden kauft Susanne Brossette aus Kerlingen ein. Auch im Supermarkt eher die unverpackten Sachen: „Da kann ich mir nur zwei Äpfel nehmen, statt den Sechser-Pack.“ Zuhause könne man Essensreste wieder verwerten oder auch mal zwei Tage nach einander das Gleiche essen statt es in den Müll zu werfen.

In den „oft zu großen Verpackungen“ sieht auch Sandra Lanfranco (Oberdorff) ein Problem, gerade für Single-Haushalte. Ist das Haltbarkeitsdatum abgelaufen, könne man riechen und schmecken, meistens sei es noch genießbar. Das Gleiche sagt auch Romy Hahn (Rehlingen). Für sie kommt das Problem der Lebensmittelverschwendung vor allem vom Einzelhandel: „Alles überfüllt und zu große Verpackungen.“ Sie kauft „grundsätzlich nur ein, was wir auch brauchen“. Nichts auf Vorrat, lieber gehe sie einmal mehr einkaufen, betont sie.

Eric Steinbrenner aus Wurmberg Foto: Axel Künkeler
Blerim Avdylaj aus Dillingen Foto: Axel Künkeler
Thomas Walter aus Rehlingen Foto: Axel Künkeler
Susanne Brossette aus Kerlingen Foto: Axel Künkeler
Sandra Landfranco aus Oberdorff Foto: Axel Künkeler
Romy Hahn aus Rehlingen Foto: Axel Künkeler
Robert Eberhard aus Dillingen Foto: Axel Künkeler

Für Robert Eberhard aus Dillingen liegt das Problem ebenfalls vor allem im Einzelhandel. Er habe früher selbst dort gearbeitet: „Ich weiß, was dort alles weggeworfen wird.“ Zuhause sei das Problem kaum zu vermeiden, meint er. Dennoch versucht er, so wenig wie möglich wegzuwerfen. Essensreste einfrieren, eine Suppe daraus kochen, das Haltbarkeitsdatum nicht zu eng auslegen, nur kleinere Mengen und nicht auf Vorrat einkaufen, lauten seine Ratschläge. „Das ist völliger Wahnsinn“, sagt ein weiterer Insider der Branche. Eric Steinbrenner war für eine Supermarkt-Kette tätig, ist nun im Außendienst für einen Mineralwasser-Hersteller aus Baden-Württemberg im Saarland unterwegs. „Da sieht man wirklich, was an Lebensmittelverschwendung passiert.“ Zuhause wirft er nur wenig weg, „ab und an mal ein Brot“. Lieber öfter einkaufen für den täglichen Bedarf, meint er. Und das Haltbarkeitsdatum sei ja nur eine Empfehlung. „Leider gibt es viele Menschen, die einfach zu viel wegwerfen“, sieht aber auch Steinbrenner die Verantwortung für das Problem der Lebensmittelverschwendung bei uns allen.