Umfrage in Reisebüros im Kreis Saarlouis: Urlaubstrends 2020

Kostenpflichtiger Inhalt: Umfrage in Reisebüros im Kreis Saarlouis : Klimawandel bremst die Reiselust nicht

Wo buchen Kunden im Kreis Saarlouis diese Saison ihren Urlaub? Die Reisebüros sagen: Vor allem die Klassiker am Mittelmeer sind weiterhin sehr beliebt. Trotz Klimawandel bleibt die Nachfrage bei Kreuzfahrten und Fernflügen hoch.

In den Reisebüros herrscht derzeit Hochsaison. Vor allem Familienurlaube, die an die Ferienzeiten gebunden sind, werden frühzeitig gebucht. Entsprechend hoch ist daher die Zufriedenheit bei den Reisebüro-Inhabern im Kreis.

„Wir sind mehr als zufrieden, es läuft bärenstark“, freut sich Boris Kurz. Der Geschäftsführer von Bisttalreisen in Wadgassen betreibt das Reisebüro zwar erst seit einem Jahr, ist aber als Busreiseveranstalter schon lange am Markt. Fast jede zweite Buchung entfalle auf die Türkei, daneben seien die Kanaren und Ägypten beliebte Reiseziele. Die Insolvenz von Thomas Cook habe allerdings viele Kunden verunsichert. „Welche Airline fliegt? Wie bin ich versichert?“, seien häufig gestellte Fragen. Die Klimadebatte habe dagegen keine Auswirkungen, der Boom bei Kreuzfahrten halte unvermindert an, betont Kurz.

„Die Nachfrage nach Flugreisen und Kreuzfahrten ist ungebrochen“, bestätigt auch Eva-Maria Poth vom gleichnamigen Lebacher Reisebüro. Neben der Türkei und Ägypten („beide wieder im Kommen“) nennt sie auch Griechenland („wegen der günstigen Angebote“) als gefragte Reiseziele. Die Kunden seien generell sehr preisbewusst, deshalb ebbten Italien und Mallorca etwas ab. Generell „geht es jetzt richtig los, nachdem der Januar zunächst gemütlich anfing“, berichtet Poth: „Wir erleben gerade einen Buchungsansturm.“

„Der Januar hat schon sehr, sehr stark begonnen“, bestätigt auch Jan Petry, Geschäftsführer des First Reisebüro in Dillingen. Bei ihm sind es vor allem die „Klassiker am Mittelmeer“ wie Griechenland („auch wenn es nicht mehr ganz so günstig ist“), die Türkei („zieht wieder an auf niedrigem Niveau“) sowie Spanien („läuft immer noch erstaunlich gut“). Wirkliche Rückgänge oder gravierende Verschiebungen in der Nachfrage verzeichnet er keine, nur Tunesien sei immer noch „gleichbleibend schlecht“.

Salvatore Fiandaca, Geschäftsführer von GS Reisen und Freizeit in Fraulautern hat dagegen ein „ständiges Auf und Ab“ bei den nordafrikanischen Ländern wie Ägypten, Tunesien oder Marokko beobachtet. Mit größerem Abstand zu Unruhen oder Anschlägen greife das Preis-Argument wieder stärker. Aufgrund sehr günstiger Preise sei derzeit Bulgarien gerade für Familien sehr attraktiv. Sein Büro gilt als Italien-Spezialist, daher verzeichnet GS Reisen dort eine besonders starke Nachfrage. Aber auch das spanische Festland („besonders Andalusien“) und die Kanaren („immer ein Thema“) sowie Ägypten seien beliebte Destinationen, die Türkei dagegen „eher weniger gefragt“.

„Eine erfreulich hohe Nachfrage im Januar“ verzeichnet auch Rüdiger Gusenburger, Inhaber des Reisebüros TUI Travel Star am Großen Markt in Saarlouis. Neben den „typischen Familien-Zielen“ Italien, Spanien, Mallorca und Kanaren („nicht unbedingt Griechenland“) haben bei ihm aktuell die Fern- und Studien-Rundreisen „deutlich zugenommen“. Kuba „nach wie vor“, aber verstärkt auch Südafrika und Namibia, sogar Trekking im Himalaya nennt er als exotische Destinationen, die „aktuell gut laufen“. Nordafrika mit Ägypten und Marokko habe ebenfalls wieder angezogen.

Jan Petry. Foto: Axel Künkeler
Rüdiger Gusenburger. Foto: Axel Künkeler

Gusenburger hat beobachtet, dass die Kunden wieder sensibler geworden sind, sowohl nach der Thomas-Cook-Insolvenz („die Beratung im Reisebüro wird wieder stärker gesucht“) als auch im Hinblick auf die Klimadebatte („spielt mit Sicherheit eine Rolle). So stagniere derzeit die Nachfrage nach Kreuzfahrten, wenn auch auf weiterhin hohem Niveau.