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Umfrage der SZ in Saarlouis zur Pflicht zum Tragen von Schutzmasken

Corona : Umfrage – Mehr Schutz durch Maskenpflicht?

In Bulgarien und Tschechien müssen Menschen in der Öffentlichkeit Schutzmasken tragen. Ist eine solche Pflicht sinnvoll? Die SZ hat in Saarlouis nachgefragt.

Wer in Bulgarien im öffentlichen Raum unterwegs ist, muss zum Schutz vor dem Coronavirus einen Mundschutz tragen. Auch in Tschechien ist es seit Mitte März Pflicht, in der Öffentlichkeit einen Mundschutz zu haben. In Österreich gilt beim Einkaufen Maskenpflicht – der Mund-Nasen-Schutz soll dort im Eingangsbereich von Supermärkten verteilt werden. In der Stadt Jena soll ab kommendem Montag Maskenpflicht gelten und zwar in allen Verkaufsstellen, im öffentlichen Personennahverkehr und in Gebäuden mit Publikumsverkehr. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich gegen ein allgemeines Mundschutztragen ausgesprochen.

Die SZ hat in Saarlouis nachgefragt, was die Menschen hier von einer Pflicht zum Tragen von Mundschutz halten.

Birgit Bertsche Foto: Markus Renz

Birgit Bertsche (51) aus Saarlouis hält das Tragen von Schutzmasken grundsätzlich für sinnvoll: „Weil viele Personen noch nicht den empfohlenen Abstand von zwei Metern zu anderen Personen einhalten. Zuerst müssen aber Masken an die Krankenhäuser verteilt werden. Sinnvoll finde ich es, die Masken dann zum Beispiel beim Einkaufen zu tragen, beim Spazierengehen eher nicht. Da reicht es, Abstand zu halten.“

Silva Marilyn Foto: Markus Renz

Auch die 37-jährige Merzigerin Silva Marilyn unterstützt die Pflicht zur Schutzmaske: „Ich bin zum Schutz der Allgemeinheit für die Pflicht, in der Öffentlichkeit eine Maske zu tragen. Ist man selbst erkältet, schützt man dadurch die anderen.“ Marilyn hebt hervor, dass sich die Pflicht aber nur auf den öffentlichen Raum erstrecken sollte.

Peter Hübner Foto: Markus Renz

Der 80-jährige Peter Hübner wäre auf die Pflicht bereits gut vorbereitet. Der Saarlouiser trägt selbst Schutzmaske und Schutzbrille. Hübner sieht eine allgemeine Pflicht zum Tragen von Masken als „äußerst sinnvoll“ an. „Würden alle, so wie ich, eine richtige Maske tragen, würde das Virus keine große Gefahr mehr darstellen. Mit meiner Maske, die ich aus Südkorea bekommen habe, fühle ich mich sicher. Gerade in meinem Alter, ist eine Schutzmaske wichtig. Ich trage auch extra eine Schutzbrille.“

Michael Schmidt Foto: Markus Renz

Ganz anders Michael Schmidt. Der 52-Jährige, der im Kreis Saarlouis wohnt, trägt weder Schutzmaske noch Schutzbrille: „Ich bin gegen eine allgemeine Pflicht Schutzmasken zu tragen. Das wäre ein bisschen übertrieben. Die Möglichkeit, sich im Freien auf der Straße anzustecken, ist meines Erachtens gering. Da gibt es größere Infektionsherde wie Menschenansammlungen und Krankenhäuser.“ Mit dem Virus kommt, seiner Meinung nach, „wahrscheinlich irgendwann jeder in Berührung.“ Schmidt ergänzt: „Vollständigen Schutz gibt es einfach nicht.“

Peter Helmer Foto: Markus Renz

Auch der 50-jährige Peter Helmer aus Saarlouis hält nichts von der Verpflichtung zum Tragen einer Schutzmaske in der Öffentlichkeit. „Das Coronavirus ist zu klein. Und Masken sind dafür zu durchlässig. Unter dem Mikroskop betrachtet, sieht man gut, welch’ große Teilchen solche Masken noch passieren können. Masken sind nur etwas für das gute Gefühl im Kopf des Trägers.“

Julia Kirchen Foto: Markus Renz

Das Gefühl sagt Julia Kirchen (35) aus Saarlouis, dass jeder selbst entscheiden soll, ob er eine Schutzmaske trägt oder nicht: „Aber ich hätte auch kein Problem damit, wenn der Staat das vorschreiben sollte. Das eigentliche Probleme ist: Wo bekomme ich eine Maske her? Vielleicht wäre die Pflicht zum Tragen von Masken insbesondere für die Risikogruppen sinnvoll.“ Dann dürfe das Maskentragen aber auch keinen Anlass zur Ausgrenzung der Träger bieten, meint die 35-Jährige.

Helmut Engeldinger Foto: Markus Renz

Ausgrenzung sieht Helmut Engeldinger (72) aus Ensdorf in den Schutzmasken nicht. Sie vermitteln ihm vielmehr ein Gefühl der Sicherheit. Der 72-Jährige hält das Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit dementsprechend für sinnvoll. „Gerade dort, wo es viel Personenverkehr gibt, ist das nötig. Problematisch ist aber, dass es momentan überhaupt nicht genügend Masken gibt.“