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Über Rap-Texte die eigene Identität finden

Über Rap-Texte die eigene Identität finden

Das Saarlouiser Jugendzentrum bietet in diesem Monat RapWorkshops mit dem Rapper Drehmoment (31) an. Junge Nachwuchs-Hip-Hopper erfahren unter anderem, wie gelungene Rap-Texte entstehen.

"Im Rap musst du authentisch sein. Einfach individuell", erklärt Markus Trennheuser, auch bekannt als der Rapper Drehmoment. Im Saarlouiser Jugendzentrum beschreibt er jungen Hip-Hop-Fans, wie gute Raptexte entstehen. Regelmäßig findet dort ein Workshop für junge Menschen statt, die mehr über das Schreiben und Vortragen des Sprechgesangs erfahren möchten.

Eigenen Stil verfeinern

Viele von ihnen sind bereits gekonnt darin, wollen ihren eigenen Stil aber noch verfeinern. "Ich rappe seit einigen Jahren. Meine Texte drehen sich hauptsächlich um sozialkritische und philosophische Themen", berichtet der 16-jährige Jeff Müller. Dass er es "schon richtig drauf hat", bestätigt ihm die elfköpfige Gruppe nach einer kleinen spontanen Rapeinlage.

Schon etwas länger im Geschäft ist der 31-jährige Workshop-Leiter Markus Trennheuser. Seit 15 Jahren hat er sich "dem Hip-Hop verschrieben". Eine Zeit, in der er viel über die Kultur und das Handwerkszeug des Raps gelernt hat. Dieses Wissen gibt er jetzt weiter: "Eure Texte sollten auch immer was mit Euch selbst zu tun haben. Benutzt die Sprache als Ventil und lasst alles raus, was ihr fühlt und was es zu verarbeiten gibt."

Am Ende des Seminars soll ein gemeinsamer Song mithilfe des tragbaren Tonstudios aufgenommen werden. Bis die Zeilen stehen, werden allerdings noch einige Treffen ins Land gehen, und zunächst muss auch ersteinmal ein Thema gefunden werden. "Ich denke oft darüber nach, wer ich eigentlich bin und was ich mit meinem Leben anfangen will", wirft der 18-jährige Alex in die Runde, und schon hat die Gruppe den thematischen Inhalt gefunden. Nachdem alle Papier und Stift versorgt haben, geht es darum, den eigenen Gedanken in Reimform Ausdruck zu verleihen. Im Hintergrund wummert der Bass aus den Boxen, "denn es ist wichtig, dass der Text zum Beat passt", erklärt Jeff Müller.

Als eine "Identitätsfindung im Rapformat", bezeichnet Trennheuser den Schreibprozess: "Dadurch können die Jugendlichen ihre Gedanken ordnen und strukturieren, denn der Rap holt den Künstler immer da ab, wo er gerade steht." Ein Grund, warum der Verband saarländischen Jugendzentren in Selbstverwaltung, Juz United, landesweit Kreativprogamme wie dieses anbietet. "Es geht darum, den jungen Menschen einen Raum zu bieten, in dem sie sich künstlerisch ausdrücken können. Das gibt Selbstbewusstsein, und die Jugendlichen beschäftigen sich mit etwas Sinnvollem", sagt Lisa Wiedemann, Juz United-Projektkoordinatorin.

Respektvollen Umgang lernen

Zusätzlich lernen die Jugendlichen hier einen respektvollen Umgang untereinander. "Probleme werden hier im Gespräch gelöst, denn für Gewalt erntet man im Hip-Hop keinen Respekt", sagt Trennheuser.

Der kostenlose Workshop wird noch in den kommenden drei Wochen, immer dienstags, ab 17 Uhr, im Jugendzentrum in Saarlouis angeboten.

Weitere Hip-Hop-Seminare mit Markus Trennheuser stehen im Raum Saarbrücken an. Infos gibt's unter Telefonnummer (06 81) 7 60 43 85.