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„Tu etwas, vor dem du ein bisschen Angst hast“

Bischof Stephan Ackermann feierte mit Hunderten jungen Maltesern aus ganz Deutschland die Abschlussmesse des 34. Malteser Jugend-Bundeslagers in Saarlouis. Foto: Johannes A. Bodwing
Bischof Stephan Ackermann feierte mit Hunderten jungen Maltesern aus ganz Deutschland die Abschlussmesse des 34. Malteser Jugend-Bundeslagers in Saarlouis. Foto: Johannes A. Bodwing FOTO: Johannes A. Bodwing
Saarlouis. 650 junge Malteser aus etwa 60 Diözesen in Deutschland kampierten eine Woche lang in den Fliesen in Saarlouis. Am Freitagnachmittag kam der Trierer Bischof Stephan Ackermann zum Abschlussgottesdienst. Johannes A. Bodwing

Eines der größten Zeltlager im Saarland ging am Freitag seinem Ende entgegen. Am vorletzten Tag des 34. Malteser Jugend-Bundeslagers zelebrierte der Trierer Bischof Stephan Ackermann mit vier Priestern in den Saarlouiser Fliesen eine Abschlussmesse unter freiem Himmel.


Hunderte junger Leute drängten sich im Schatten eines riesigen Fallschirms zusammen. Gekommen waren sie aus etwa 60 Diözesen Deutschlands. Unter anderem aus Limburg und Paderborn, aus München, Regensburg, Trier und Essen. Des weiteren Jugendliche aus befreundeten Maltesergruppen in Litauen und der Ukraine. Vor dem improvisierten Feldaltar eröffnete Bundesjugendseelsorger Matthias Struth den Abschlussgottesdienst des Bundeslagers. Etwas mehr als ein Dutzend Gitarristen sorgte für die musikalische Begleitung, dazu kamen ein Chor und die Stimmen der Kinder und Jugendlichen. Eine "gute Stimmung" bescheinigte Struth, "weil es ein rundum gelungenes Lager war". Und dieses war das vierte Bundeslager im Bistum Trier , das eine Woche lang als Camp aus 115 Zelten in In den Fliesen stand. Mit Verweis auf die Gaben des Gottesdienstes sagte Bischof Ackermann: "Was ihr in den vergangenen Tagen erleben durftet, war auch eine Mischung aus Brot und Wein." Ein Zusammenleben aus dem alltäglich Notwendigen sowie Freude, Spaß und Geselligkeit. Ackermann ging auf das Motto dieses Lagerlebens ein, bei dem es um öffentliche und persönliche Helden ging. "Zwei Helden habe ich euch ausgesucht." Das sei der kleine David, der König von Israel wurde, und Jesus.

"Helden können nur Helden sein, wenn sie auch verwundbar sind", betonte Ackermann. Das passe zum Auftrag der Malteser, "uns auch selber berühren und verwunden lassen von der Situation und vom Schicksal der anderen". Als notwendige Sensibilisierung empfahl er: "Tu doch im Leben immer etwas, vor dem du ein bisschen Angst hast. Man muss ja nicht gleich tollkühn sein."



100 Helfer waren über zehn Tage hinweg für das Bundeslager der Malteserjugend im Einsatz, erfuhr Ackermann bei einem offiziellen Rundgang. Vor allem aus Trier seien die gewesen. Die Kinder und Jugendlichen verbrachten sieben Tage in Saarlouis . Eine eigene Lagerpost gab es und ein Sanitäterzelt, das rund um die Uhr im Einsatz war. Für Gebete und Spiritualität war ein geräumiges hellgelbes Zelt errichtet. Nach der Messe wurde ein Foto mit allen Teilnehmern gemacht. "Am Samstag sind wir alle noch mal zusammen", sagte Presseleiterin Hannah Joswig. "Dann übergeben wir Flaggen und den Feuerstock aus der Jurtenburg an Vertreter aus München." Dort findet 2017 das nächste Jugend-Bundeslager statt.