"Stadt-Rundgang Saarlouis" Touristen-Broschüre in leichter Sprache

Saarlouis · Eine neue Broschüre soll Besucher durch die Region führen. Das Besondere: Mit ihr wird Saarlouis für jeden verständlich.

 Landrat Patrik Lauer (links) stellte zusammen mit den Projektpartnern die Broschüre „Stadt-Rundgang Saarlouis“ auf dem Großen Markt vor. Foto: Künkeler

Landrat Patrik Lauer (links) stellte zusammen mit den Projektpartnern die Broschüre „Stadt-Rundgang Saarlouis“ auf dem Großen Markt vor. Foto: Künkeler

Foto: Künkeler

Eine neue Tourismus-Broschüre "Stadt-Rundgang Saarlouis" hat Landrat Patrik Lauer am Mittwoch in der Tourist-Information am Großen Markt vorgestellt. Neuartig an der Broschüre ist vor allem die Gestaltung des Inhalts, der in leichter Sprache verfasst ist. Die Broschüre ist in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Rahmen des Netzwerkprojekts "Gemeinsam aktiv und inklusiv im Landkreis Saarlouis" entstanden.

Zielgruppe der Broschüre sind "all jene, denen Stadtführungen bislang eher verschlossen waren", betonte Landrat Lauer. Dazu zählten sowohl Menschen mit Behinderungen, Kinder und ältere Menschen, Migranten oder auch ausländische Touristen mit geringen deutschen Sprachkenntnissen. "Alle Menschen sollen Anteil haben an unserem schönen Landkreis", es sei eine gute Gelegenheit, die Themen Inklusion und Tourismus miteinander zu verbinden, freute sich Lauer bei der Begrüßung der Projektpartner in der Tourist-Information. Mit der neuen Broschüre habe der "inklusive Landkreis Saarlouis" zudem eine Alleinstellung, da die Broschüre das einzige derartige Projekt im gesamten Saarland sei.

Verantwortlich für die Redaktion sind Marcus Gramlich und Elke Müller von der Projekt-Leitung des Netzwerkes "Gemeinsam aktiv und inklusiv im Landkreis Saarlouis". Ihr Entwurf wurde vom Berliner "Büro für leichte Sprache" der Arbeiterwohlfahrt übersetzt, so dass die Texte für jedermann verständlich sind. Geprüft auf Praxistauglichkeit wurden sie von Anna Gitzinger, Stephanie Zeimet, Andreas Hofer, Sonja Gersing und Arno Theobald, die dazu eigens eine zweitägige Ausbildung absolvierten. Die Grafikerin Catrin Raber hat mit ihren Zeichnungen die Broschüre illustriert.

Die Broschüre, die zu hundert Prozent von der "Aktion Mensch" finanziert wurde, stellt die Geschichte der Stadt Saarlouis seit ihrer Gründung 1680 vor und erläutert das Stadtwappen. Des Weiteren werden die Sehenswürdigkeiten der Innenstadt vom Großen Markt mit der Ludwigskirche, den Kasematten mit dem Deutschen Tor über die Schleusenbrücke bis zur Vauban-Insel und der Bastion 6 erläutert. Die Premiere des Stadt-Rundgangs, der in diesem Sommer noch dreimal öffentlich angeboten wird, fand unter Führung von Gudrun Lemier statt.

Die Stadtführerin von dem am Projekt beteiligten Team "Gabriele Jaeck. Gästeführungen und Reiseleitungen" begann ihre anschaulichen Erläuterungen gleich am Großen Markt. Weitere Stationen waren der Trinkbrunnen vor und der Gobelin-Saal im Rathaus, ein historisches Gebäude mit Innenhof in der Adlerstraße sowie die Kasematten. Am Deutschen Tor endete die knapp einstündige Führung. Die anwesenden Prüfer Sonja Gersing und Arno Theobald sowie weitere Menschen aus den Dillinger Awo-Behinderteneinrichtungen beteiligten sich rege an den Erklärungen von Gudrun Lemier.

Besonders interessiert zeigte sich der zwölfjährige Luca Leinenbach von der Sophie-Scholl-Gemeinschaftsschule in Dillingen. Über das dortige Café Courage, ein offener Treff der Awo, hat er von dem Projekt Stadt-Rundgang erfahren. Auf Bitten von Gudrun Lemier zitiert er den lateinischen Spruch "Dissipat at que fovet" (Die Sonne zerstreut die Wolken und erwärmt die Erde) im Saarlouiser Wappen. Auch die Frage der Stadtführerin "Wofür steht die Sonne im Wappen?" kann der Zwölfjährige direkt beantworten: "Für den Sonnenkönig". Ihren ersten Praxis-Test hat die neue Broschüre also mit Bravour bestanden.

Öffentliche Stadt-Rundgänge in leichter Sprache werden 2017 noch dreimal angeboten: am Dienstag, 18. Juli, um 18 Uhr, am Samstag, 5. August, um 14 Uhr und im September (genauer Termin offen). Dazu findet am Freitag, 21. Juli, ein Rundgang im Rahmen des Ferienprogramms der Stadtjugendpflege der Stadt Saarlouis statt. Mit einem Herbst-Pavillon zur Barrierefreiheit präsentiert sich das Projekt "Gemeinsam aktiv und inklusiv" drei Tage lang im September (14.-16.) in der Französischen Straße, Saarlouis.

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 Stadtführerin Gudrun Lemier (rechts) erläutert die historischen Festungsanlagen am Deutschen Tor. Foto: Axel Künkeler

Stadtführerin Gudrun Lemier (rechts) erläutert die historischen Festungsanlagen am Deutschen Tor. Foto: Axel Künkeler

Foto: Axel Künkeler

So ist die Broschüre entstanden (ajk) Projektpartner der Broschüre sind die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Saarland mit dem Verbund für Inklusion und Bildung (VIB) und der Landkreis Saarlouis mit der Tourist-Information. Die Broschüre ist entstanden im Rahmen des Netzwerkprojekts "Gemeinsam aktiv und inklusiv im Landkreis Saarlouis". Weitere Partner dieses Netzwerkes sind unter anderem die Stadt Dillingen und die Lebenshilfe e. V. im Kreis Saarlouis. Das Projekt ist auf drei Jahre (2016-18) angelegt und wird geleitet von Marcus Gramlich und pädagogisch begleitet von Elke Müller. Das Projekt wird zu fünfzig Prozent finanziert von der "Aktion Mensch".

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