Tor zur Kunst steht weit offen

"Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut": Dieses chinesische Sprichwort war auf der Einladungskarte zur Vernissage der 38. Ausstellung des "Treffpunkt Kunst" zu lesen. Dessen Initiator, der Saarlouiser Kunstsammlers Bernhard Giebel, tut viel für die schönen Künste seiner Heimatstadt. Bis 14. Mai zeigt er im Atelier des Museums Haus Ludwig in der Kaiser-Wilhelm-Straße Gemälde und Skulpturen zahlreicher namhafter Künstlerfreunde.

Aus Rom, Paris und Venedig machten sich einige der ausstellenden Künstler auf den Weg nach Saarlouis , um Bernhard Giebel anlässlich der Ausstellungseröffnung die Ehre zu erweisen. "Ich wollte immer ein Tor zur Kunst öffnen, zeigen, dass in Kunstwerken nicht immer nur der jeweilige Schöpfer zu finden ist, sondern auch der Betrachter. Jeder interpretiert anders, bringt seine persönlichen Empfindungen mit ein. Kunst macht uns zu Untertanen des eigenen Vergnügens und zeigt uns immer neue Facetten", sagte Giebel. Schirmherr Ralf Levacher, Geschäftsführer der Stadtwerke Saarlouis , sagte: "In der heutigen, digitalisierten Welt hat Kunst für mich großen Wert. Etwas wohltuend Analoges, dass es dem Betrachter erlaubt, sich länger als einen flüchtigen Augenblick auf etwas zu fokussieren." Der Maler Andreas Lau zitierte Kurt Tucholsky : "Das, was man nicht sieht, ist das Wesentliche . . . Nicht alles, was existiert, muss anfassbar sein". Er lud die Ausstellungsbesucher ein, unbekanntes Terrain zu entdecken. "Kunst ist nicht zu fassen und trotzdem ist sie da", schloss er.

Die Ausstellung ist täglich, außer donnerstags, von 17 bis 19 Uhr, und samstags, sonntags und feiertags von 11 bis 12 Uhr und von 17 bis 19 Uhr zu sehen.