Toilettenpapier lernt Fliegen

An der Spitze donnerte die Kanone des Lauterner Artilleriecorps den Weg für den Fraulauterner Umzug frei. Mit Tüten, Taschen und Hüten gerüstet stand das närrische Volk am Straßenrand.

Von der Sonne beleuchtet wurde am Sonntagnachmittag die Strecke des Fraulauterner Umzugs. Rund vier Kilometer lang führte sie vom Industriegebiet Ost zum Vereinshaus. Und schon früh ging es durch ein dichtes Spalier von Zuschauern.

Alleine für die ersten Kilometer bis zur Bühne in der Lebacher Straße brauchte der Zug zirka eine Stunde. Knapp 40 Gruppen waren dabei unterwegs, Motivwagen sowie Musik- und Fanfarenvereine. An der Spitze donnerte die Kanone des Lauterner Artilleriecorps den Weg frei. Ganz vorn mit dabei der Elferratswagen der Großen Karnevalsgesellschaft, GKG, Fraulautern. Sie stellen traditionell den Umzug auf die Beine.

Mit vollen Händen ausgeteilt

Mit Tüten, Taschen und Hüten gerüstet stand das närrische Volk am Straßenrand. Denn mit vollen Händen ging Süßes über Bord. Und von hohen Motivwagen aus flogen Süßigkeiten sogar zielgenau bis in offene Fenster hinein.

Ein Sektchen oder ein Stuppi hob bei manchem zusätzlich den Stimmungspegel. Dazu kam die Musik von Trommeln und Fanfaren und aus dicken Lautsprecherboxen. Hippies und Kappesbauern zogen vorüber, verfluchte Piraten, Schlümpfe und sogar ein richtiges Schiff mit Kapitän und Matrosen.

Ganze Rollen Toilettenpapier lernten das Fliegen, in Spiralen zum Himmel geweht von einem Laubbläser. Auch darüber amüsierten sich Engelchen und Piraten, Pinguine, Kardinäle, Nonnen und vieles mehr aus dem Kostümfundus der Faasend.

An der Tribüne in der Lebacher Straße begrüßte GKG-Präsident Wendelin Karb die Abordnungen des Fraulauterner Umzuges. Und schickte sie auf die zweite Hälfte der Strecke. In Richtung Vereinshaus, wo zur Belohnung ein feucht-fröhlichen Ausklang wartete.