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KIndervergnügen
Tiere laden zum Farm-Erleben ein

Viel zu entdecken gab es am Sonntagnachmittag auf der Kinder- und Jugendfarm in Saarlouis.
Viel zu entdecken gab es am Sonntagnachmittag auf der Kinder- und Jugendfarm in Saarlouis. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Saarlouis . Die Kinder- und Jugendfarm ist am Sonntag in die neue Saison gestartet und lockte schon viele Besucher. Von Carolin Merkel

Das Wetter meinte es am Sonntagnachmittag wirklich gut mit den Akteuren der Kinder- und Jugendfarm. Tauwetter und kein neues Nass von oben machten dicke Winterjacken und Schirme überflüssig – lediglich Gummistiefel waren angesagt, sie schützten im weitläufigen Tierbereich vor den zahlreichen Schlammlöchern. Die Institution, die bei vielen Kindern und Eltern sehr beliebt ist, hatte nach der Winterpause zum Saisonstart eingeladen und viele Gäste waren der Einladung von Vorsitzender Petra Preßmer-Brun und ihrem Team gefolgt.


Unter den ersten Besuchern am frühen Nachmittag war Familie Folz aus Schwalbach. „Wir haben von der Farm in der Zeitung gelesen und sind heute zum ersten Mal hier. Dass das so schön hier ist mit dem Streichelzoo, das hätten wir nicht gedacht“, erklärte Papa Martin Folz. Da hatten seine beiden Kinder, der zwei Jahre alte Max und die fünfjährige Nora, bereits Bekanntschaft mit dem Senior der Farm gemacht. Pony Sindbad wurde 1989 geboren und kam 1996 als erstes Tier auf die Farm. Das weiß Christian König vom Farmteam zu berichten.

König hat in den vergangenen Wochen alle Farmtiere fotografiert und sie mit ihrem Lebenslauf in einer kleinen Übersicht am Außengehege verewigt. Und Sindbad machte als erfahrener Farm Opa allerbeste Werbung für den Tierbereich der Einrichtung, die im vergangenen Jahr bereits auf 35 Jahre zurückblicken konnte.

Seit mehr als 20 Jahren ist Vorsitzende Preßmer-Brun im Boot, kam damals als frischgebackene Mama in der Krabbelgruppe zur Farm und schließlich zum Verein. Sehr viel, erzählt sie bei einem Rundgang, hat sich gerade über den Winter getan. Ganz besonders froh ist das gesamte Team über die Fertigstellung des Schweinestalls.

„Der Schock im Herbst 2016 saß lange bei uns allen tief“, erinnert sie an die getöteten Tiere. „Jetzt können die Schweine, die sich ihre Unterkunft friedvoll mit den Enten teilen, sicher schlafen.“ Davon überzeugte sich am Sonntag auch Saarlands Umweltminister Reinhold Jost, der nach dem Vorfall ganz spontan die Zusage gemacht hatte, die Farm finanziell zu unterstützen. „Man sieht es dem Häuschen vielleicht nicht an, aber der Stall hat rund 30 000 Euro gekostet“, erklärt die Vorsitzende.



Zum ruhigen Schlaf der Vorstandsmitglieder, erklärt sie, gehört mittlerweile auch eine Überwachung durch die Alarmanlage der Stadtwerke. Zahlreiche Spenden in den vergangenen Monaten haben es ermöglicht, den Außenbereich attraktiver zu gestalten. Besonders froh ist die Vorsitzende über den finanziellen Zuschuss durch das Umweltministerium. „Wir bekommen aber auch weiterhin Förderung durch die Stadt und den Landkreis“, betont sie.

Aktuell ruht der tiergestützte Therapiebereich, das sieht sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn die pädagogische Leiterin Janine Braunshausen wurde am 13. Februar Mama, wird voraussichtlich im Herbst zur Farm zurückkommen. „Schön wäre es, wenn ich noch eine weitere Kraft einstellen könnte. Die Nachfragen von den Eltern sind riesig. Doch ohne pädagogische Fachkraft können wir die Farm nicht an weiteren Tagen öffnen“, sagt Preßmer-Brun.

Froh ist sie hingegen, dass sich bei den letzten Vorstandswahlen einige neue Beisitzer gefunden haben. „Was fehlt, sind Menschen, die im geschäftsführenden Vorstand Verantwortung übernehmen“, erklärt sie. Insgesamt, betont Petra Preßmer-Brun, sei die Farm für die kommende Saison gut aufgestellt. „Neu investiert haben wir auch in den Pferdebereich, konnten unsere drei altgedienten Ponys auf ihren Alterssitz schicken“. Dazu gehört auch, dass sie selbst zu Weihnachten eine Patenschaft für ein schwarzes Shetlandpony, das sie damit vor dem Schlachthof gerettet hat, übernommen hat. Am Sonntag zeigte sich ihr Jacky schon als Teil der großen Tierschar, die freudig die Besucher empfing.