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Tiefgreifende Erlebnisse auch für die Helfer

Tiefgreifende Erlebnisse auch für die Helfer

Saarlouis. Sie haben oftmals ähnliche Motive, die sie zum ehrenamtlichen Engagement führten, meist sind es alte oder kranke Angehörige, die sie beim Sterben begleitet haben. 50 Ehrenamtliche engagieren sich im Landkreis Saarlouis für das ambulante Hospiz- und Palliativberatungszentrum Saarlouis, einen Zusammenschluss der Caritas und des Christlichen Hospiz-Kreises

Monika Kolozie, Susanne Amore, Sigrid Seyfried und Gabriele Andler engagieren sich für das ambulante Hospiz- und Palliativzentrum in Saarlouis. Foto: Heike Theobald

Saarlouis. Sie haben oftmals ähnliche Motive, die sie zum ehrenamtlichen Engagement führten, meist sind es alte oder kranke Angehörige, die sie beim Sterben begleitet haben. 50 Ehrenamtliche engagieren sich im Landkreis Saarlouis für das ambulante Hospiz- und Palliativberatungszentrum Saarlouis, einen Zusammenschluss der Caritas und des Christlichen Hospiz-Kreises. 14 neue Mitarbeiter haben aktuell ihre Ausbildung zum Hospiz-Helfer abgeschlossen und ihre Arbeit aufgenommen, darunter Sigrid Seyfried und Monika Kolozie aus Saarlouis. Gemeinsam mit der hauptamtlichen Leiterin Gabriele Andler sowie den Mitarbeiterinnen Karin Ebert und Susanne Amore unterhielten sie sich mit der Saarbrücker Zeitung über die Ausbildung und die Aufgaben, die ein Hospiz-Helfer übernimmt. Sigrid Seyfried, 49 Jahre alt, arbeitete in der Altenpflege. Vor sieben Jahren verlor sie ihren 23 Jahre alten Sohn, der plötzlich und unerwartet an einer Lungenentzündung starb. Die Pflege älterer Menschen half ihr damals, die Trauer zu verarbeiten. "Überwinden kann man diesen Verlust aber nie", sagt sie. Aber nach einem gewissen Abstand habe sie es geschafft, darüber zu reden - mehr noch, sie wollte Trauerarbeit leisten und sich nun auch im Hospiz engagieren. Monika Kolozie pflegte über viele Jahre ihren schwerkranken Ehemann. Er litt an Amyotropher Lateralsklerose (ALS), einer degenerativen Erkrankung des motorischen Nervensystems, wie sie von dem Astrophysiker Stephen Hawking bekannt ist. "Als ich gesehen habe, wie gut man mit Sterbenden umgehen kann, war klar: Ich möchte helfen."Die Ausbildung als Hospiz-Helfer ist anspruchsvoll, tief greifend und persönlich. Nicht wenige erkennen, dass es doch nicht das Richtige für sie ist, wie Gabriele Andler erklärt. Neben dem theoretischen Unterricht müssen die Absolventen auch ein Praktikum durchlaufen. Dabei werden sie mit Situationen konfrontiert, die betroffen machen. "Aber gerade diese Erfahrung hilft den Anwärtern in ihrer Vorbereitung sehr viel weiter", sagt die Leiterin. Lebenswege, Abschiede im Leben, der erste Hausbesuch, Anzeichen des Sterbeprozesses: Das sind nur wenige Themen, die in der Ausbildung aufgearbeitet werden müssen. Auch müssen die Teilnehmer das eigene Bild vom Tod schildern, müssen sich mit dem Tod intensiv beschäftigen. "Das war besonders schwer", erzählt Susanne Amore, die den einjährigen Kurs bereits 2008 absolvierte. Heute arbeitet sie im Büro des Hospiz- und Palliativberatungszentrums in Saarlouis. Dort leitet Gabriele Andler seit drei Jahren die Geschicke des Zentrums, koordiniert gemeinsam mit Karin Ebert die Abläufe. Andler, 51 Jahre alt, kommt aus der Altenpflege. "Dort habe ich gemerkt, dass Menschen, die im Sterben liegen, oft zu kurz kommen", sagt sie. Eine Aussage, die Ebert unterstreicht. Als ausgebildete Krankenschwester arbeitete auch sie viele Jahre in der Altenpflege. Sterbenden Menschen ein würdevolles, selbstbestimmtes und möglichst schmerzfreies Leben in vertrauter Umgebung zu bieten, das gehört zu den zentralen Aufgaben des ambulanten Zentrums Saarlouis. 2004 haben sich Caritas und der Christliche Hospiz-Kreis zusammengeschlossen. Zum Angebot zählen Sterbebegleitung, Beratung zu medizinischen und pflegerischen Fragen, Betreuung schwerstkranker Menschen und Entlastung Angehöriger. Kontakt zum ambulanten Hospiz- und Palliativberatungszentrums Saarlouis: Telefon (0 68 31) 7 69 89 53.