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TGSBBZ Saarlouis-Roden, Berufszentrum für Erzieher, wird saniert

Schulsanierung : Schwimmbecken trocken, aber mit Inseln

Die schulische Ausbildung von Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen im Kreis soll noch praxisnäher werden. Dazu ist ein Kompetenzzentrum „Frühkindliche Bildung“ geplant. Teil 3 der SZ-Serie zur Investitionsoffensive in Berufsbildungszentren.

Wo früher über Jahrzehnte Kinder, aber auch Jugendliche und Erwachsene das Schwimmen erlernten, sollen künftig angehende Erzieher und Kinderpfleger in der Praxis Erfahrung für ihre Berufe sammeln. Das Lehrschwimmbecken war Teil der früheren Binshofschule. Die ehemalige Hauptschule, die später mit Fraulautern-Kreuzberg die Erweiterte Realschule Saarlouis II bildete, beherbergt heute die Akademie für Erzieher und Erzieherinnen sowie die Berufsfachschule für Kinderpflege des Technisch-Gewerblichen und Sozial-Pflegerischen Berufsbildungszentrums (TGSBBZ) Saarlouis mit Hauptstandort in der Zeughausstraße.

„Das neue Kompetenzzentrum soll Berufsanfängerinnen Praxisübungen erleichtern“, fasst die stellvertretende Abteilungsleiterin Christina Tull zusammen, die das Konzept maßgeblich entwickelt hat. „Denkbar ist aber auch eine Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM), so dass nicht nur Azubis, sondern auch Fachkräfte davon profitieren. Es dient also neben der Aus- auch der Fortbildung.“ Geplant sei auch, mit Kinderbetreuungseinrichtungen zu kooperieren. Das ermögliche zum einen den Auszubildenden noch mehr Praxisnähe, gleichzeitig könne das Kompetenzzentrum den Einrichtungen als Muster für die eigene Ausstattung dienen.

Das Kompetenzzentrum besteht aus sieben „Bildungsinseln“. Dazu wird das ehemalige Lehrschwimmbecken zur Hälfte geschlossen. Auf dieser Hälfte sollen die drei Bildungsinseln Sprache, Musik und Mathematik entstehen. Die andere Hälfte, die bestehen bleibt, wird zur Bewegungsbaustelle mit verschiedenen Bausteinen wie Sprossenwänden, Kletterstangen und Rutschen ausgebaut. Den Mittelpunkt dieser Bildungsinsel „Körper, Bewegung, Gesundheit“ bildet eine Bühne, die unter anderem für Theater genutzt werden kann. Sie gehört zur Bildungsinsel „Soziale und kulturelle Bildung“. Eine weitere Bildungsinsel wird im ehemaligen Chlorraum untergebracht: ein Werkraum für die Bildungsinsel „Bildnerisches Gestalten“. Für die Bildungsinseln „Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrung“ wird das Kompetenzzentrum mit dem Schülerforschungszentrum kooperieren. Ein Wickelraum komplettiert das Kompetenzzentrum.

„Durch das ehemalige Schwimmbecken können wir den Platz optimal ausnutzen. Vor allem entfällt eine aufwändige Modellierung der Fläche“, fasst Kreisbauamtsleiterin Monika Braun die Vorteile zusammen. „Wir werden zudem die Einbauten aus Glasbausteinen in der einstigen Schwimmhalle durch Fenster ersetzen, sodass ein tageslicht-durchfluteter Raum entsteht, der die deutlich bessere Alternative zu einem dunklen Kellerraum darstellt“, betont Dezernentin Margit Jungmann. Schulleiterin Margret Dorothea Schmitt lobt das Projekt als „Kindheitsschmiede für nachhaltige Bildung“.

Für das Kompetenzzentrum sind rund 500 000 Euro veranschlagt. Davon entfallen rund 430 000 Euro auf Umbau und Modernisierung der Räume, die restlichen 70 000 Euro auf die Ausstattung. Das Projekt wird aus EFRE-Mitteln bezuschusst. EFRE steht für Europäischer Fonds für regionale Entwicklung und ist die zweite Säule des Sonderinvestitionsprogramms Berufsbildungszentren im Saarland. Die Gesamtkosten werden zu 50 Prozent von der Europäischen Union bezuschusst, 25 Prozent steuert das Land bei. Beim Landkreis Saarlouis als Schulträger verbleibt somit ein Eigenanteil von 25 Prozent. Landkreis wie Schule betonten, dass hier mit wenig Geld eine große Wirkung erzielt werde.

Das ehemalige Becken soll zur Hälfte zu einer Bewegungsbaustelle wie in dieser Animation werden. Foto: Landkreis Saarlouis/Velten

Baugenehmigung und EFRE-Antrag sind eingereicht, berichtet Braun: „Wir warten auf die Baugenehmigung und beim EFRE-Antrag auf die Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn. Danach können die Arbeiten ausgeschrieben werden. Wann genau wir mit dem Projekt beginnen können, steht deshalb noch nicht fest. Wir rechnen aber für die Umsetzung mit einem Jahr Bauzeit“, skizziert sie den Zeitrahmen.