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Taxiunternehmen ziehen positive Bilanz

Taxiunternehmen ziehen positive Bilanz

Wegen der Einführung des Mindestlohns hegten die Taxiunternehmer schlimme Befürchtungen. Doch nach einem Jahr zeigt sich: Die Kunden haben Verständnis und die Zahl der Fahrten ist stabil, nur die Planung ist aufwendiger.

Durch den Mindestlohn und eine damit verbundene Gebührenerhöhung ist Taxifahren seit etwa einem Jahr deutlich teurer als zuvor. Die Unternehmen müssen nun genauer planen, sind jedoch insgesamt zufrieden mit der Entwicklung. "Ich ziehe eine positive Bilanz", fasst Thomas Pulchen von Taxi Pulchen in Saarlouis die Veränderungen aufgrund des Mindestlohns zusammen. Denn seit Anfang des vergangenen Jahres verdienen Taxifahrer deutlich mehr als zuvor: 8,50 Euro pro Stunde. Bei Aushilfsfahrern entspricht dies einer Erhöhung des Stundenlohns um vier Euro. Anfangs "war nicht klar, wie das Taxigewerbe das auffangen kann", meint er. Helfen sollte eine Tariferhöhung im Februar 2015, bei der die Unternehmer auf das Verständnis der Kunden hoffen mussten.

Dieses Verständnis war tatsächlich "von allen Seiten da", sagt Michael Sprengart von der Taxi Dillingen GmbH. "Es war ein Rückgang zu verzeichnen", sagt er, "der war aber nicht so extrem wie befürchtet." Insgesamt seien die Fahrten konstant geblieben, und nach mehr als einem Jahr hat sich alles "eingespielt". Das kann Pulchen bestätigen: "Wir haben nicht mehr Gewinn als vorher, aber auch nicht weniger."

Die beiden Unternehmer stimmen darin überein, dass der Mindestlohn jedoch Auswirkungen auf die Planung der Fahrten hat. "Man kann es sich nicht mehr leisten, die Autos leer am Bahnhof stehen zu lassen", meint Sprengart. Einen seiner Standorte, den in Saarwellingen, hat er aufgegeben. Außerdem sei die Nachtbereitschaft zurückgegangen, und er hat den Fuhrpark auf 18 Autos reduziert.

Die zehn Fahrzeuge von Pulchen sind ebenfalls nicht ständig alle im Einsatz. "Man muss genauer planen, wann die Stoßzeiten sind", bestätigt Pulchen, "und die Aushilfen geschickter einsetzen." Aushilfen gibt es bei Sprengart mittlerweile übrigens weniger, da er nun verstärkt auf festangestelltes Personal setzt. Das war bereits vor dem Mindestlohn die Strategie von Pulchen, und "es wurde keiner betriebsbedingt entlassen", ergänzt er.

Ein negativer Aspekt bleibt jedoch bestehen: "Der bürokratische Aufwand ist immer noch enorm hoch", bedauert Sprengart. Denn die ausführliche Dokumentationspflicht wurde nicht gelockert.