Tausende folgen der Passion

Saarlouis. Seit über 20 Jahren bringt die "Gruppo Via Crucis" an Karfreitag den Ursprung des Osterfestes nach Saarlouis, zeigt in einer farbenprächtigen Aufführung den Leidensweg Christi, angefangen vom letzten Abendmahl über den Verrat, die Verurteilung und den Kreuzweg bis hin zur Kreuzigung

Saarlouis. Seit über 20 Jahren bringt die "Gruppo Via Crucis" an Karfreitag den Ursprung des Osterfestes nach Saarlouis, zeigt in einer farbenprächtigen Aufführung den Leidensweg Christi, angefangen vom letzten Abendmahl über den Verrat, die Verurteilung und den Kreuzweg bis hin zur Kreuzigung. Das Passionsspiel lockt jedes Jahr viele Menschen nach Saarlouis - am gestrigen Karfreitag sind es über 2000 Zuschauer gewesen, die das Spektakel verfolgten. Lange bevor die Trommelschläge von Weitem das Passionsspiel ankündigten, versammelten sich bereits die ersten Menschen auf dem Großen Markt in Saarlouis, um möglichst gute Plätze zu erhaschen und möglichst nah am Geschehen zu sein. Dann, kurz nach 16 Uhr, stehen das Volk, die Soldaten, die Hohepriester und die Apostel mit Jesus am ersten Schauplatz bereit, um das Spiel zu beginnen. Giuseppe Di Rosa, der seit über 20 Jahren die Spielleitung übernimmt, wirkt nervös. Und das nicht ohne Grund. Dieses Jahr hat sich die Gruppe von etwa 70 Laienspielern verkleinert. Einige langjährige Mitglieder sind aus beruflichen Gründen weggezogen oder haben keine Zeit mehr. Dann musste Di Rosa wenige Tage vor der Aufführung auf einige Darsteller verzichten, die krank geworden sind. Der Routine der Stammmannschaft und dem Engagement der jungen Nachwuchsspieler ist es zu verdanken, dass das Fehlen von Schauspielern nicht auffiel. Rollen mussten kurzerhand umgestellt werden, was entspannt aufgenommen wurde. "Ich bin befördert worden", sagte Andreas Meder. Er spielte jahrelang einen Hohepriester, nun stand er als Jesus auf der Bühne. Die Rolle passte nicht nur optisch zu ihm, auch war sie ihm altersgemäß quasi auf den Leib geschrieben. Meder ist 33 Jahre alt. Die Kreuzigungsszene wurde zum zweiten Mal am Kleinen Markt gespielt. Viele Jahre zog sich der Leidensweg Christi nach der Verurteilung vom Großen Markt in den Stadtgarten. "Der Stadtgarten bietet die schönere Kulisse", erklärte Di Rosa. Wobei er zugleich eingestehen musste, dass die Kreuzigungsszene mehr Zuschauer mit zum Kleinen Markt lockte als in den Stadtgarten. Die "Gruppo Via Crucis" braucht Verstärkung für die weiteren Passionsspiele. Wer mitmachen möchte, meldet sich bei Giuseppe Di Rosa, Telefon (0 68 31) 5 86 28 oder (01 77) 7 54 37 14.