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Kreisarchiv
Steigendes Interesse an Familienforschung

Frühe Anlaufstelle beim Tag der offenen Tür im Kreisarchiv Saarlouis war der Flohmarkt mit antiquarischen Büchern.
Frühe Anlaufstelle beim Tag der offenen Tür im Kreisarchiv Saarlouis war der Flohmarkt mit antiquarischen Büchern. FOTO: Johannes A. Bodwing
Saarlouis. Vor allem Heimatkundler nutzten den Tag der offenen Tür zu einem Besuch im Saarlouiser Kreisarchiv. Von Johannes Bodwing

Viele waren bereits am Sonntagvormittag zur Eröffnung ins Kreisarchiv Saarlouis gekommen. Den „Tag der offenen Tür“ nutzten bis Mittag etwa 70 Personen, vor allem Mitglieder der Vereinigung für Heimatkunde im Landkreis Saarlouis. Gleichzeitig stand der Tag im Zeichen von 50. Jahren familienkundliche Arbeitsgemeinschaft.


Großen Zuspruch fand in der Frühe der Flohmarkt mit antiquarischen Büchern im ersten Stock des Kreisständehauses. Auf ein „steigendes Interesse an der Familienforschung“, wies dort der erste Vorsitzende der Vereinigung, Landrat Patrik Lauer, bei der Eröffnung hin.

Ehrenmitglied Gernot Karge gab einen Überblick über die Familienkunde, mit Schwerpunkt auf der Entwicklung im Kreis Saarlouis. Die Anfänge einer modernen Familienforschung lagen in den 1960er Jahren.



Basis dafür waren unter anderen die umfangreichen Karteien von Wallraff, Berg sowie die Sippenkartei Lisdorf-Ensdorf. Trockene Familiendaten werden ergänzt durch die jeweiligen zeitlichen Umstände, stellte Karge dar. Durch Berufsangaben, Ortswechsel und persönliche Schicksale. „Es ist eine Sucht, die einen nicht mehr los lässt.“ Daraus entstanden bis heute 9 647 288 Karteikarten mit Familiendaten.

Karge dankte allen, die zum Erfolg der Saarlouiser Genealogie (Ahnenforschung) beigetragen haben. Den Aufwand zeigte eine Ausstellung zur Geschichte der Genealogie. Nicht nur müssen passende Dokumente gefunden werden, oftmals sind wesentliche Informationen in verschnörkelten Schriften festgehalten. So steht in einem Dokument aus dem 18. Jahrhundert anscheinend ein kurzes unleserliches Wort. Letztlich waren es jedoch miteinander verbundene Zahlen, das Datum 1709. Nach 50 Jahren Familienkunde im Kreis Saarlouis gehe es in Zukunft darum, Lücken zu schließen und Informationen zu ergänzen, sagte der zweite Vorsitzende, Hans Peter Klauck. Denn es gebe „immer noch weiße Flecken“ in Stammbäumen.