| 20:42 Uhr

Sunkings
Millers „Buzzer Beater“ schockt Sunkings

Kampf unterm Korb (von links) Gießens Christopher Miller beim Zweikampf seines Mannschaftskollegen Dominik Turudic mit dem Saarlouiser Xavier Williams.
Kampf unterm Korb (von links) Gießens Christopher Miller beim Zweikampf seines Mannschaftskollegen Dominik Turudic mit dem Saarlouiser Xavier Williams. FOTO: Oliver Altmaier
Saarlouis. Nach ihrem Auswärtssieg hatten die Sunkings am Wochenende die Gießen Pointers zum Heimdebüt zu Gast. Das ging in letzter Sekunde verloren. Pointers-Topwerfer Christopher Miller vollstreckte eiskalt. Von David Benedyczuk

Es war die allerletzte Aktion des Spiels, die den Basketballern der Saarlouis Sunkings noch den Sieg entriss, der just im Moment zuvor noch eingetütet schien. Alexander Diederich hatte die Kreisstädter beim Heimdebüt in der ersten Regionalliga gegen Aufsteiger Gießen Pointers soeben wieder mit 74:73 in Führung gebracht. Nach einem tollen Spielzug über Sunkings-Kapitän Ricky Easterling, den neuen Bulgaren Filip Kamenov und Luca Meyer bekam Diederich unter dem Gästekorb den nötigen Platz und vollendete per Korbleger – da blieben gerade mal noch 4,5 Sekunden auf der Uhr. Normalerweise nimmt der Gegner in so einer Situation nochmal eine Auszeit. Um den letzten Angriff abzusprechen und vor allem, um den Ball weiter vorne einwerfen zu dürfen – nicht aber Gießen. Die Gäste spielten sofort weiter, der Ball kam zu Topwerfer Christopher Miller, der weit vor der Dreierlinie aus gefühlten zehn Metern einen Verzweiflungswurf losließ – und den Ball mit einer eigentlich unmöglich flachen Flugkurve zum 74:76 (35:30)-Endstand aus Saarlouiser Sicht durch die Reuse jagte.


Während der Ball in der Luft unterwegs war, erklang die Schluss-Sirene in der Stadtgartenhalle – gefolgt vom Entsetzen auf der mit rund 250 Zuschauern besetzten Tribüne, wo viele der Besucher ungläubig die Hände über dem Kopf zusammenschlugen. Die Saarlouiser Spieler waren am Boden zerstört, während die Gießener Spielertraube auf dem Feld gar nicht mehr aus dem Feiern herauskam. „Ich dachte, mir stößt einer ein Messer in den Rücken – so einen ,Buzzer Beater‘ habe ich noch nie erlebt“, beschrieb Sunkings-Manager Hanno Mouget seine Gefühlslage beim für sein Team fatalen Einschlag: „Aber so ist Basketball – und deshalb lieben wir diesen Sport so sehr“, ergänzte er, als er sich halbwegs erholt hatte. Es war das bittere Ende einer Partie, die Saarlouis über die meiste Zeit vorne gesehen hatte. Im ersten Viertel konnten sich die Sunkings nach jeweils nervösem Beginn auf über zehn Punkte absetzen, lagen nach zehn Minuten 23:11 vorne. Danach hielten sie den Abstand konstant, ehe sich die Hessen zum Ende der Halbzeit wieder annäherten.

Nach starkem Start mit einem 9:0-Lauf ins dritte Viertel schienen die „Sonnenkönige“ bei 14 Zählern Vorsprung klar auf Kurs. Doch ein später Dreier von Sven Schäfer, mit 16 Punkten hinter Miller mit 19 Zählern bester Pointers-Werfer, verschaffte Gießen trotz 48:56-Rückstand neuen Mut für das Schlussviertel, wo die Gäste für die kuriose Wende sorgten. Gut 30 Sekunden vor Ende hätte Topwerfer Easterling (19 Punkte) von der Freiwurflinie auf 74:71 stellen können, doch er vergab, was für den 34-Jährigen total ungewöhnlich ist, gleich beide Versuche. Gegenüber brachte Lucas Mayer Gießen in Führung – gefolgt von den verrückten und für Saarlouis so bitteren letzten fünf Sekunden.



Punkte der Saarlouis Sunkings: Ricky Easterling 19, Filip Kamenov 17, Xavier Williams 15, Alexander Diederich 11, Nicholas Burgard 10, Luca Meyer 2.